Vorbild Fiskus # 1: Schränken Sie die Alternativen beim Schuldner ein

Wer mit dem Fiskus in einer festgefahrenen Situation (bestandskräftige Bescheide) über seine Schulden verhandeln möchte, kann nur zwischen zwei Wegen entscheiden: Verrechnungsantrag oder Antrag auf Abrechnungsbescheid. Sehr viel mehr Alternativen bietet der Fiskus nicht. Allerdings bietet die eine Varianten die Möglichkeit, die Berechnung anzugreifen, da beim Abrechnungsbescheid Einspruch und damit ein Rechtsmittel eingelegt werden kann.

Was lernen Sie daraus für Ihr Inkasso?

  1. Schränken Sie die Alternativen für Ihren Schuldner ein. Bieten Sie ihm nie mehr als zwei Möglichkeiten: Ratenzahlung in Höhe von xxxx Euro oder pauschalierte Abgeltung der Gesamtforderung
  2. Verraten Sie nicht, welche Variante die günstigere für den Schuldner ist.
  3. Warten Sie ab, ob der Schuldner resp. der Dritte (z. B. bei der Pfändung von Gegenständen im Eigentum des Ehepartners) überhaupt gerichtlich vorgeht.
  4. Legen Sie im Rahmen der Forderungsaufstellung fest, worauf Teilzahlungen des Schuldners angerechnet werden. Wählen Sie als Grundlage § 367 BGB.

Weil so wichtig, hier § 367 BGB im Wortlaut:

§ 367 Anrechnung auf Zinsen und Kosten

(1) Hat der Schuldner außer der Hauptleistung Zinsen und Kosten zu entrichten, so wird eine zur Tilgung der ganzen Schuld nicht ausreichende Leistung zunächst auf die Kosten, dann auf die Zinsen und zuletzt auf die Hauptleistung angerechnet.
(2) Bestimmt der Schuldner eine andere Anrechnung, so kann der Gläubiger die Annahme der Leistung ablehnen.

Fragen? Bitte rufen Sie uns an: (0 69) 95 92 91 91-0 oder mailen Sie uns: fragen@recht-hilfreich.de. (Weitere Kontaktdaten im Impressum: www.recht-hilfreich.de/impressum).

Ihr
RA Uwe Martens

elixir rechtsanwälte | martens & partner
RA Uwe Martens
(0 69) 95 92 91 91-0

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