Kostenerstattung von Naturheilverfahren bei Ärzten und Zahnärzten

In nahezu allen privaten Krankenversicherungsbedingungen ist vorgeschrieben, dass nicht für jede Heilbehandlungsmethode Versicherungsschutz besteht, sondern lediglich für die sogenannte „medizinisch notwendige“ Heilbehandlung.

Nach herrschender Rechtsmeinung ist auch nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) ein Behandlung immer dann „medizinisch notwendig“, wenn es nach den objektiven medizinischen Befunden und anerkannten ärztlichen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als notwendig anzusehen (BGH Urteil vom 29.11.1978, Az.: IV ZR 175/77). GOZ und GOÄ enthalten dabei ausschließlich wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmaßnahmen.

In vorstehendem Urteil hat der BGH die streng wissenschaftlich und objektive Betrachtung der medizinischen Notwendigkeit erstmals gelockert. Danach ist eine Heilbehandlung dann vertretbar, wenn sie in begründeter, nachvollziehbarer und wissenschaftlich fundierter Vorgehensweise das Leiden des Patienten hinreichend erfasst und eine adäquate geeignete Therapie anwendet. Diese Definition schließt die Anwendung von Naturheilverfahren nicht per se aus!

In seinem Grundsatzurteil vom 10.07.1996 (Az.: IV ZR 133/95) bestätigt der BGH, dass Naturheilverfahren und „Außenseitermethoden“ durchaus eine medizinische Notwendigkeit beinhalten können, wenn sie im Zeitpunkt ihrer Vornahme als geeignet angesehen werden konnten. So darf gerade bei schweren Erkrankungen nicht gefordert werden, dass der Behandlungserfolg nach wissenschaftlichen Erkenntnissen näher liegt als sein Ausbleiben.

Bei gesetzlich Versicherten entscheidet über die medizinische Notwendigkeit und damit über die Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen der Gemeinsame Bundesausschluss (G-BA). Geprüft wird hierbei, ob eine Behandlungsmethode – im Vergleich zu bereits bestehenden – einen messbaren Nutzen aufweisen. Leider werden hier wohl eher wirtschaftliche Gesichtspunkte zur Entscheidungsfindung herangezogen. So hat erst Anfang 2011 eine weitere Leistungskürzung stattgefunden. Viele Ärzte und Zahnärzte stellen fest, dass Leistungen von den Kassen nicht mehr übernommen werden und ziehen daher nicht selten den Unmut der Patienten auf sich.

Ärzte und Zahnärzte, die Leistungen erbringen, welche nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören, haben ein zunehmendes Interesse daran, dass ihre Leistungen über die Kassen abgerechnet werden können.

Tricks und Kniffe, wie Sie die Abrechnung bestimmter Leistungen gezielt durchsetzen können, geben wir Ihnen gerne an die Hand! Rufen Sie uns einfach an oder mailen Sie uns! Wir beraten Sie wirklich gerne!

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Ihr
RA Florian Schuh
elixir rechtsanwälte | martens & partner

 

 

 

 

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3 Gedanken zu „Kostenerstattung von Naturheilverfahren bei Ärzten und Zahnärzten

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