Paradoxe Entscheidung der Ärztekammer in Sachen „Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz“

Wir beschäftigen uns zur Zeit mit einer ablehnenden Entscheidung der Bezirksärztekammer auf Antrag unseres Mandanten auf Bescheinigung der Fachkunde im Strahlenschutz für das Anwendungsgebiet Brachytherapie / organspeziefische Anwendung mit umschlossenen Strahlern / Prostata.

Obwohl unser Mandant die Voraussetzungen für den Erwerb, wie sie in der entsprechenden Richtlinie vorgeschrieben sind, erfüllt, lehnt die Kammer den Antrag mit der Begründung ab, der Nachweis eines ganztägigen Sachkundeerwerbs über 18 Monate hinweg sei nicht erfolgt. Die Ärztekammer verlangt damit den Nachweis von ca. 500 Applikationen in 18 Monaten.

Die Ärztekammer verkennt hierbei den Umstand, dass die tägliche Implantation von permanenten Iod-Seeds in keinem Zentrum bundesweit durchgeführt wird. In Deutschland werden jährlich etwa 3.500 permanente Implantationen von 150 Zentren durchgeführt; dies entspricht etwa 23 Patienten pro Zentrum jährlich. Die Forderung der Ärztekammer ist demnach schon rein rechnerisch nicht zu erfüllen. Die Ärztekammer darf hier also keine überzogenen Anforderungen an die Voraussetzungen zum Erwerb einer Fachkunde stellen. Jedenfalls dürfen die besonderen Gegebenheiten des Einzelfalls nicht ignoriert werden. Derzeit betreuen wir das Widerspruchsverfahren vor der Landesärztekammer.

Wenn auch Sie bei Streitigkeiten mit der Ärztekammer erfolgreich agieren wollen,  sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!

Telefon: (0 69) 95 92 91 91-0 oder mailen Sie uns: fragen@recht-hilfreich.de. (Weitere Kontaktdaten im Impressum: www.recht-hilfreich.de/impressum). Wir helfen gerne!

Ihr
RA Florian Schuh
elixir rechtsanwälte | martens & partner

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