Arzthaftung: Aktuelles zur Befunderhebungspflicht und zum Diagnoseirrtum

Aktuelle Gerichtsentscheidung zur Abgrenzung des einfachen vom groben Diagnoseirrtum und der Befunderhebungspflicht bei paarigen Organen:

Erkennt der Arzt einen Leitbefund nicht, weil andere Fakten die tatsächlich vorliegende Erkrankung wenig wahrscheinlich machen, und gelangt er daher zu einer unrichtigen Diagnose, liegt darin kein haftungsbegründendes Fehlverhalten, wenn er auch die von ihm veranlasste weitere Befunderhebung (hier: Knochenszintigraphie) als ausreichend ansehen durfte, diese kein richtungsweisendes Ergebnis hatte und auch keine weitere Sachaufklärung gebot.

Dass ein Diagnoseirrtum nach den zum Untersuchungszeitpunkt maßgeblichen Erkenntnismöglichkeiten als grober Behandlungsfehler zu würdigen ist, muss der Patient beweisen, so das erkennende Gericht.

Diagnosefehler gehören zu den schwierigeren Fällen des Arzthaftungsrechts. Das diagnostische Fehlverhalten umfasst einerseits den Fall der fehlerhaften Beurteilung trotz Inanspruchnahme aller Erkenntnismöglichkeiten, andererseits auch den Fall der unzureichenden, unterlassenen und/oder verspäteten Diagnose. Als Behandlungsfehler gilt eine Diagnose insbesondere aber auch dann, wenn sie darauf beruht, dass der Arzt erforderliche und wesentliche Befunde nicht erhoben hat soweit in diesen Fällen eine Therapie überhaupt zur Verfügung stand.

Ihr Rechtsanwalt Florian Schuh

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