Abzocke im Fitness-Studio: Fitnessvertrag gekündigt und trotzdem nicht aus dem Vertrag herausgekommen?

Eigentlich vertreten wir Fitness-Studios beim Einzug der offenen Forderungen säumig oder gar nicht zahlender Mitglieder. Doch diesmal war der Spieß umgedreht. Ein Fitness-Clubmitglied, nun unsere Mandantin, wandte sich an uns. Aufgrund gesundheitlicher Beschwerden hatte sie eine außerordentliche Kündigung ihres Fitnessvertrages erklärt. Jetzt würde sie aber weiter in die Pflicht genommen werden und nicht aus dem Vertrag herauskommen.

Im Detail: Unsere Mandantin legte eine „ärztliche Bescheinigung zur Vorlage bei Sportvereinen“ vor, der ausgeführt wurde, daß unsere Mandantin „wegen einer akut aufgetretenen Exazerbation, einer chronischen Wirbelsäulenerkrankung, mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen der Lendenwirbelsäule“ bis auf weiteres Sportverbot bestehe. So weit, so gut. Obwohl das Sportstudio Kenntnis von diesem Inhalt des ärztlichen Attests hatte, bemühte es sich um – in unseren Augen rechtlich bedenkliche – Kundenbindung und rief bei unserer Mandantin an. Sie könne ruhig weitertrainieren, man würde den Vertrag einfach ein, zwei Monate ruhen lassen. Dann könne sie ganz normal weitertrainieren, so das Sports Health (sic!) & Fitness Center. Selbstredend lehnte unsere Mandantin ab und beharrte auf der Kündigung.

Nun die Überraschung: Kurze Zeit nach dem Telefonat erhielt unsere Mandantin einen Dankesbrief, in dem es wörtlich heißt:

„Erfreulicherweise konnten wir Sie von der Fortführung und Notwendigkeit des Fitness-Trainings überzeugen und Sie wünschen die Weiterführung der Mitgliedschaft. Wir bestätigen Ihnen hiermit die Rücknahme der Kündigung und werden die entsprechende Änderung in unseren Unterlagen vornehmen. Die Beitragsabbuchung erfolgt ebenfalls unverändert. Betrachten Sie bitte dieses Schreiben als zusätzliche Vereinbarung für Ihre Mitgliedschaft.“

Krass! Kundenbindung auf die brutale Art und Weise, die bei einem ordentlichen und anständigen Geschäftsbetrieb überhaupt nicht vorkommen darf. Ob hier gar strafrechtliche Punkte berührt wurden, soll erst einmal nicht näher diskutiert werden.

Na, jedenfalls haben wir jetzt die Forderung abzuwehren und haben als allererstes die Vereinbarung angefochten und erneut (hilfsweise) die Kündigung ausgesprochen. Wir sind gespannt, ob sich der Fitnessinhaber traut, die Beiträge einzuklagen. Wir sind vorbereitet und sehen die Angelegenheit gelassen.

Haben Sie Fragen zur Abwehr unberechtigter Forderungen? Wollen Sie Ihren Fitnessvertrag kündigen? Rufen Sie uns einfach an oder mailen Sie uns! Wir beraten Sie wirklich gerne! Getreu dem Credo: Unser Einsatz ist Ihr Gewinn!

Telefon: (0 69) 95 92 91 91-0 oder mailen Sie uns: fragen@recht-hilfreich.de. (Weitere Kontaktdaten im Impressum: www.recht-hilfreich.de/impressum).

Ihr
RA Uwe Martens

elixir rechtsanwälte | martens & partner
(0 69) 95 92 91 91-0

 

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