Pflegeheim haftet bei unbemerktem Verlassen eines Bewohners

Ist einer Pflegeeinrichtung bekannt, dass ein Bewohner eine Tendenz zum Weglaufen besitzt, so muss dieses sichere Vorkehrungen gegen ein unbemerktes Verlassen treffen.

So hat jetzt das Thüringer Oberlandesgericht (OLG) entschieden. Bemerkenswert ist hierbei, dass Pflegeheime notfalls sogar vorübergehende freiheitsentziehende Maßnahmen gerichtlich beantragen müssen.

Die unter Demenz leidende Bewohnerin hatte sich zuvor bereits an zwei Tagen unbemerkt aus dem Pflegeheim entfernt, in welchem sie zur Kurzzeitpflege aufgenommen war. Beim dritten Mal gelang jedoch ein schnelles Auffinden der Bewohnerin nicht. Nach einem aufwendigen Polizeieinsatz wurde die Bewohnerin dann verletzt und unterkühlt aufgefunden. Aufgrund einer Sturzverletzung musste ein künstliches Schultergelenk eingesetzt werden. Das Pflegeheim wurde zu Schmerzensgeld und Schmerzensgeldrente verurteilt. Die Betreuungspflichten aus dem Heimvertrag seien fahrlässig verletzt worden, so das OLG.

Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Pflege und Unterbringung von pflegebedürftigen Menschen in Pflegeheimen und Krankenhäusern beantworten wir Ihnen gerne.

Ihr Rechtsanwalt Florian Schuh

elixir rechtsanwälte | martens & partner
Frankfurt am Main
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