Rechtsanwaltsgebühren und Inkassogebühren beim Einzug von Forderungen rechtmäßig?

Heute haben wir von unserer Mandantschaft ein außergerichtliches Aufforderungsschreiben eines Anwaltes zu einer Mini-Forderung vorgelegt bekommen. An sich nichts außergewöhnliches, nur war vorher bereits ein Inkassobüro mit der Forderungsbeitreibung beauftragt. Muß unser Mandant jetzt beide, Anwalt wie Inkassobüro, bezahlen? Es entstünden dadurch doppelte Kosten für unseren Mandanten.

Das Obskure beim vorliegenden Fall ist dann noch, daß der Anwalt sogar freimütig schreibt

„da Sie den entsprechenden Zahlungsaufforderungen der bisher in der Sache tätigen (…) Inkasso GmbH nicht bzw. nicht vollständig nachgekommen sind, müssen nun wir den anwaltichen Forderungseinzug durchführen. (.l.) Der Gesamtbetrag beinhaltet auch eine 0,8 Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 VV RVG für unsere Beauftragung einschließlich Auslagenpauschale gemäß Nr. 7002 RVG, insgesamt also Kosten in Höhe von (…)“

Durchaus verdienstfreudig, die Herren Kollegen. Wohl wissend, daß ein „Inkassoclub“ bereits Gebühren einforderte, langen die Anwälte noch einmal zu, na ja, immerhin „nur“ mit einer 0,8 statt einer 1,3 Geschäftsgebühr. Das ändert nach unserer Einschätzung allerdings nichts an der Unzulässigkeit des Vorgehens. Wer weiß, daß bereits außergerichtliche Kosten für die Forderungsbeitreibung aufgewendet wurden, darf nicht noch einmal zusätzlich Anwaltskosten provozieren und einfordern. Anstelle einer außergerichtlichen Aufforderung hätte gleich eine Klage eingereicht werden müssen, ohne daß zusätzliche außergerichtliche Anwaltsgebühren ausgelöst werden. Das verstößt gegen die Schadensminderungspflicht, die gesetzlich verankert ist und soviel besagt, daß selbst einem Schuldner nicht Kosten auf Kosten aufgelegt werden dürfen, sondern der Schaden vom Gläubiger gering zu halten ist. Da werden sich die Anwälte an ihre Mandantschaft zu richten haben, um das Geld für ihre Arbeit zu erhalten.

Wäre ein solches Vorgehen ein Fall für die Aufsichtsbehörde der Anwälte (Rechtsanwaltskammer) oder gar für den Staatsanwalt? Was meinen Sie?

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Ach ja, noch ein kleiner Nachsatz: Markanterweise traute sich übrigens von dem Anwaltsbüro keiner der beiden Anwälte persönlich, das Schreiben zu unterzeichnen. Lapidar steht dort zu lesen:

„Mit freundlichen Grüßen

 

Inkassoabteilung

– dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig -„

Kommen jetzt ganz neue Sitten im Anwaltssektor auf? Ohne uns!

Haben Sie Fragen zur Forderungsabwehr oder zur rechtmäßigen Forderungseintreibung? Rufen Sie uns einfach an oder mailen Sie uns! Wir beraten Sie wirklich gerne! Getreu dem Credo: Unser Einsatz ist Ihr Gewinn!

Telefon: (0 69) 95 92 91 91-0 oder mailen Sie uns: fragen@recht-hilfreich.de. (Weitere Kontaktdaten im Impressum: www.recht-hilfreich.de/impressum).

Ihr
RA Uwe Martens

elixir rechtsanwälte | martens & partner
(0 69) 95 92 91 91-0

 

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Ein Gedanke zu „Rechtsanwaltsgebühren und Inkassogebühren beim Einzug von Forderungen rechtmäßig?

  1. Hallo bei mir ist das passiert erst wurde ein Inkasso Büro beauftragt das Geld ein zu treiben und weil ich Dan ein mal eine rate nicht bezahlt habe habt das Inkasso Büro des ein Rechtsanwalt übergeben und ich soll nun die kostet vom Inkasso Büro
    und die Rechtsanwalts kosten zahlen

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