Privatpatienten-Abzocke: Vorsicht vor der Krankenhaus-Kostenfalle – Privatklinik oder Privatstation?

Auch innerhalb der Privatpatientenbehandlung gibt es beim stationären Aufenthalt zweierlei Maß: einerseits die Privatklinik, andererseits die Privatstation im Krankenhaus. Beide unterscheiden sich vornehmlich im Preis. Daher müssen privat Krankenversicherte ihr Augenmerk genau darauf richten, welche Leistungen ihre private Krankenversicherung (PKV) übernimmt und welche Leistungen tatsächlich am Ende persönlich zu tragen sind. Kommt es zu einer unachtsamen Verwechselung von Privatklinik und Privatstation im Krankenhaus, können erhebliche Kostenbelastungen drohen. Es ist daher großes Augenmerk darauf zu legen, ob der Privatpatient tatsächlich auf der Privatstation des Krankenhauses gelandet ist oder gar auf der räumlich unmittelbar angeschlossenen Privatklinik eines Krankenhausbetreibers.

Woran sind die Unterschiede zwischen Privatklinik und Privatstation zu erkennen? Räumlich und optisch lassen sich die beiden Varianten nicht immer klar auseinanderhalten. Es wurde sogar schon berichtet, daß die Räume einer Privatklinik oft unmittelbar im oder am normalen Krankenhaus lagen. Erst am Ende des eigenen Krankenhausaufenthaltes tritt oftmals die Erkenntnis der Unterscheidung. Sie liegt im Preis und darin, wer was zahlen muß. Folglich erkennen Sie die Unterschiede nur bei der Anmeldung im „Papierkram“.

ACHTUNG:
Achten Sie bei der Aufnahme als Patient und Ihren Unterschriften unter den Krankenhausvertrag penibel darauf, was Sie unterschreiben, gleichgültig wie routiniert drängend die Verwaltungskraft bei der Anmeldung auf Ihre Skepsis reagiert! Scheuen Sie sich auf keinen Fall davor, handschriftliche Anmerkungen auf die Verträge anzubringen, wenn Sie etwas klarstellen wollen oder Unverständnis zum Ausdruck bringen möchten. Die Preisunterschiede zwischen Privatklinik und Privatstation sind immens! Das liegt allerdings nicht nur allein darin begründet, daß bei Privatkliniken stets 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen.

Zum Hintergrund: Nach dem Krankenhausentgeltgesetz (Gesetz über die Entgelte für voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen – KHEntgG) gibt es für normale Krankenhäuser bei der Behandlung von Privatpatienten auf der entsprechenden Privatstation lediglich Zuschläge (z. B. für Einzelzimmer oder Chefarztbehandlung). Anders hingegen bei Privatkliniken: Hier fehlt es an gesetzlichen Vorgaben und Beschränkungen, weshalb die Behandlungstarife mit den Patienten frei ausgehandelt und vereinbart werden müssen. Für Privatkliniken gelten selbst dann diese freien und entsprechend oft hohen Tarife, wenn die Privatklinik an ein normales Krankenhaus (= Plankrankehaus) grenzt. Das hat der Bundesgerichtshof unmißverständlich in einer Leitsatzentscheidung herausgestellt:

„Errichtet der Träger eines Plankrankenhauses als Alleingesellschafter eine GmbH, die auf dem Gelände des Plankrankenhauses eine Privatkrankenanstalt für Privatpatienten betreibt, unterliegt diese Privatkrankenanstalt auch dann nicht den Bestimmungen des Krankenhausentgeltrechts, wenn sie ihre Patienten mit Hilfe der apparativen Ausstattung und unter Einsatz von Ärzten des Plankrankenhauses behandelt.“

(Quelle: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=3454bb519ced569989a2c5e2f6d7f70c&nr=56215&pos=1&anz=7)

Damit sind der Krankenhaustrickserei Tür und Tor geöffnet. Umso größere Sorgfalt muß daher den Patienten und deren Angehörigen abverlangt werden. Informieren Sie sich bei uns über Ihre Patientenrechte! Rufen Sie uns einfach an oder mailen Sie uns! Wir beraten Sie wirklich gerne! Getreu dem Credo: Unser Einsatz ist Ihr Gewinn! Telefon: (0 69) 95 92 91 91-0 oder mailen Sie uns: fragen@recht-hilfreich.de. (Weitere Kontaktdaten im Impressum: www.recht-hilfreich.de/impressum).

Ihr

Rechtsanwalt Uwe Martens

elixir rechtsanwälte | martens & partner
(0 69) 95 92 91 91-0

 

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