Kostenfalle Internetspiele? Achtung: Handy, Telefon und Kreditkarte vor Zugriff von Kindern / Jugendlichen schützen

Immer häufiger greifen die erschreckend hohen Kosten für zunächst gratis Internetspiele um sich.

„Perfide Abzocke von Kindern und Jugendlichen bei zahlreichen ‚Gratis-Online-Spielen‘ prangert die Verbraucherzentrale NRW an. Zuweilen sogar mit Promi-Unterstützung nutzen die Betreiber den kindlichen Spieltrieb aus. Auf oftmals heimlichen Wegen produzieren Kids so Rechnungen von bis zu 2000 Euro – per Handy oder Kreditkarte der Eltern.“ (Quelle: http://www.vz-nrw.de/UNIQ132240893520838/link620541A.html)

Der Trick ist dabei simpel: Firmen nutzen die Spielfreude von Kindern und Jugendlichen aus, indem zunächst kostenlose Spiele im Internet angeboten werden. Hierüber werden die Kinder und Jugendlichen „angefüttert“ und zum dauerhaften Spielen verleitet. Sind sie dann erst einmal dem Spiel verfallen, fällt es leicht, die Kinder und Jugendlichen zu mehr Einsatz zu verleiten. Wer das kostenfreie Spiel weiterspielen möchte, muß in der Regel irgendwelche Fantasiewährungen einkaufen – allerdings mit echtem Geld! Viele Spiele im Internet beginnen völlig kostenfrei, werden aber nach und nach zu einer wahnwitzigen Kostenfalle. Will der Spieler weiterkommen, ein anderes Level erreichen oder sich im Spiel mit besonderen Kräften ausstatten, ist eine reale Gebühr, eine Bezahlung, nötig. Das Bezahlen ist kinderleicht: Eine SMS oder ein Anruf auf eine kostenpflichtige Hotline genügen. Die virtuellen Ergänzungen (Münzen, Ausstattungen, Extra-Leben, Befähigungen usw.) kosten in der Regel geringe Beträge (meist unter fünf Euro), so daß die Hemmschwelle bei den Kindern und Jugendlichen gering ist. Und was machen die spielbegeisterten Kinder und Jugendlichen? Sie schnappen sich einfach mal Muttis oder Papas Handy und laden ihre Spielchancen auf. Erst mit der Monatsrechnung erfahren die Eltern von den finanziellen Eskapaden ihrer Kinder.

Einer der Anbieter von browserbasierten Onlinespielen ist etwa die Firma Bigpoint, der – nach Eigenangaben – Marktführer in der Produktion sowie dem Vertrieb und Betrieb von Browser-Spielen. Laut Eigenauskunft sind deren

„Hauptaktivitäten (…) die Entwicklung, der Betrieb und die Vermarktung von eigenentwickelten und lizensierten Onlinespielen. Die Haupteinnahmequelle des Unternehmens ist der Verkauf von virtuellen Gütern innerhalb der Spiele.“

Zu deutsch: Es wird mit virtuellen Fantasie-Produkten reales Geld verdient. Und das nicht zu knapp:

„Die Umsatzerlöse im Jahr 2010 konnten um 90% von TEUR 51.226 auf TEUR 97.419 gesteigert werden.“
Quelle: https://www.ebundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet

In Worten: Über 97 Millionen Euro Umsatz (!) – im Gegenzug für virtuelle Dinge! Die Firma Bigpoint aus Hamburg stellt dabei aber umißverständlich klar:

„Die Anmeldung und Teilnahme an den Spielen ist dabei vollständig kostenlos möglich. Innerhalb der Spiele bieten wir zusätzliche Features oder Spielfunktionen entgeltlich an, diese können völlig freiwillig wahrgenommen werden und sind zum Spielen niemals nötig. Einige der Funktionen könnne auch durch Anrufe bei Premium-Nummern bzw. per SMS wahrgenommen werden.

Die entgeltlichen Funktionen sind in unseren Spielen deutlich abgetrennt. Wir stellen sicher, dass der Nutzer zu jeder Zeit klar sieht, wann er entgeltliche Dienste in Anspruch nimmt und welchen Preis diese haben. Unseren Belehrungs- und Aufklärungspflichten kommen wir dabei sorgfältig, deutlich und unmißverständlich nach. Wir informieren wesentlich umfangreicher und deuticher als die, ohnehin strengen, gesetzlichen Vorgaben fordern.

Der Minuten-Preis für die Premium-Nummern wird deutlich und mehrfach genannt. Zusätzlich erfolgt zu Beginn der Anrufe eine selbst kostenlose Ansagen, die über den Minutenpreis belehrt.

Nach jeweils 50,- Euro angefallenen Kosten durch bei uns eingegangene SM send wir eine – selbst kostenfreie – SMS zurück, die über die bisher angefallenen Gesamtkosten informiert, um eine Kostenkontrolle zu erleichtern.“ (Quelle: Mitteilung der Fa. Bigpoint an elixir rechtsanwälte vom 24.08.2011)

Das Manko an den Onlinespielen besteht oft darin, daß die Mobiltelefone, mit denen die Zahlung in der Praxis durchgeführt werden, vielfach ohne Wissen der Inhaber durch Familienangehörige, meist Kinder und Jugendliche, oder Bekannte verwendet werden. Eine Übersicht zu den Browser-Games und den verschiedenen Anbietern bietet etwa die Chart-Übersicht auf http://de.gamercharts.com/charts/top-50/google?gclid=CPHEy7Om16wCFYJH3god_3zRrw.

ACHTUNG:
In der Regel wird der unmittelbare Anspruch gegen die Eltern oder den Inhaber des Telefon- / Handyanschlusses aus § 45 i Abs. 4 TKG hergeleitet. Danach muß der Anschlußinhaber grundsätzlich für sämtliche von seinem Anschluß getätigten Verbindungen vertraglich einstehen, auch wenn diese von Dritten getätigt wurden.

Unsere ersten EMPFEHLUNGEN:
1.
Sie können bei Ihrem Mobilfunkanbieter nach § 45 d Abs. 2 TKG den Versand von Premium-SMS für Ihren Mobilfunkanschluss vollständig sperren lassen! Richten Sie eine solche Sperre ein, denn ein Widerruf nach den sonst im Internet gültigen Regeln (§ 312 d Abs. 3 Nr. 2 BGB) ist hier nicht (!) möglich.
2. 
Schützen Sie Ihr Kind (und sich) durch die Nutzung von Prepaid-Karten.

Darüber hinaus bestehen selbst bei einer Abbuchung der Kosten via Telefon / Handy noch Chancen, diese wieder zurückzuholen. Denn bereits das Amtsgericht Hamburg hat den Schutz der Minderjährigen in einem Urteil herausgestellt und darauf hingewiesen, daß unberechtigte Abbuchungen infolge der Teilnahme an kostenpflichtigen Onlinespielen durch Kinder zurückzuerstatten sind. Der Grund: Ein wirksamer Vertrag sei nicht zustandegekommen, da dieser aufgrund der Minderjährigkeit zunächst schwebend unwirksam war und später durch die Eltern nicht genehmigt wurde. Irgendwelche Rechtsscheingrundsätze würden ebenfalls nicht greifen, so daß die Eltern einen Rückzahlungsanspruch gegen den Onlinespieler-Betreiber haben. Nutzen Sie daher Ihre Rechte und fordern Sie die eingezogenen Gelder wieder zurück!

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Rufen Sie uns einfach an oder mailen Sie uns! Wir beraten Sie wirklich gerne! Getreu dem Credo: Unser Einsatz ist Ihr Gewinn! Telefon: (0 69) 95 92 91 91-0 oder mailen Sie uns: fragen@recht-hilfreich.de. (Weitere Kontaktdaten im Impressum: www.recht-hilfreich.de/impressum).

Ihr

Rechtsanwalt Uwe Martens

elixir rechtsanwälte | martens & partner
(0 69) 95 92 91 91-0

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Ein Gedanke zu „Kostenfalle Internetspiele? Achtung: Handy, Telefon und Kreditkarte vor Zugriff von Kindern / Jugendlichen schützen

  1. ZUM THEMA…..warofdragons…
    Es fängt gratis an,bis vor kurzen stand noch in jedem nervigen absatz „kostenloses spiel“..das ist verschwunden,hat wohl wer erfolgreich geklagt…..
    Dieses spiel ist die reinste abzocke,zielt auf schüler und deren taschengeld ab.Man wird grundlos gekerkert,muss dann 50€ zahlen um freizukommen.Wenn man sich einloggt,und der beruf ist gelöscht,kein problem,der fehler liegt NIE im system, zahle 50€ u du hast deinen beruf wieder…dasselbe gilt für items die nach den updates verschwinden…50€…

    dann gibt es die sache ,das man sich kampf/reittiere kaufen kann(lächerliche 220euro) und der spielebetreiber betrügern laut regeln erlaubt, euch zu beklauen.Und zahlen kann man per Festnetz/Handy/paysafecard/überweisung/kreditkarte
    lasst die finger von dem spiel,grafik mieserabel,sound auf gameboy niveau

    wer im spielforum etwas kritisiert wird gesperrt…wie man die sperre aufheben kann,ihr denkt es euch bereits…genau…50€

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