90,00 Euro für ein Telefongespräch

Bereits Anfang Oktober berichtete der Kölner Stadtanzeiger über die 90,00 EUR-Rechnungen für Telefon-Sex oder für einen Anruf mit der Bitte um Mitteilung der eigenen Anschrift:

http://www.ksta.de/html/artikel/1317623401279.shtml

Warum die Strafanzeigen gegen die Firma bisher ins Leere liefen, können wir nicht nachvollziehen. Daher bitten wir alle, die sich an einer Mitteilung an die Staatsanwaltschaft beteiligen wollen, sich bei uns zu melden. Im Bericht heißt es:

„Bei der Staatsanwaltschaft Fulda sind in den vergangenen Jahren mehr als 1000 Strafanzeigen von Verbrauchern eingegangen. Bislang habe man aber trotz intensiver Bemühungen in keinem einzigen Fall Betrug nachweisen können, so dass das mit wechselnden Namen auftretende Unternehmen mit vermutlich immer denselben Hintermännern noch nie angeklagt worden sei.“

Ja, liest die Staatsanwaltschaft denn nicht unseren Blog, nutzt sie nicht das Internet? Laut Wikipedia und nach § 263 StGB zählt Betrug

„(…) zu den Vermögensdelikten. Schutzgut ist das Vermögen als Ganzes in seinem Bestand.

Im strafrechtlichen Sinn ist der Betrug ein Vermögensdelikt, bei dem der Täter in rechtswidriger Bereicherungsabsicht das Opfer durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen gezielt so irreführt, dass es sich selbst oder einen Dritten am Vermögen schädigt, d. h. materiellen Schaden zufügt.“

Also: Werde ich über den Preis einer Sex-Hotline getäuscht oder fand überhaupt keine Leistung (abrechnungsfähiger Telefonanruf) statt und kommt plötzlich eine Rechnung mit erschreckend hoher Summe ins Haus geflattert, dann ist das volkstümlich gesprochen Beschiss und rechtlich gesprochen Betrug – sogar gewerbsmäßiger. Zahle ich nicht, bleibt es immerhin beim versuchten gewerbsmäßigen Betrug. Basta.

Neu für uns ist, daß ein Inkassobüro eingeschaltet werden soll. Das hat uns noch kein Beteiligter hier berichtet. Unser Kommentar dazu: Wer hilft, jemanden beim Beschiss Betrug zu helfen, macht sich ebenfalls strafbar: Beihilfe zum versuchten gewerbsmäßigen Betrug.

Zur Beruhigung noch eine neue Info:

„Der Staatsanwaltschaft Fulda ist (…) kein einziger Fall bekannt, in dem ein nicht zahlender Verbraucher von RMI verklagt wurde.“

Immerhin.

Haben Sie Fragen zum Inkasso oder zur Inkassoabwehr? Rufen Sie uns einfach an oder mailen Sie uns! Wir beraten Sie wirklich gerne! Getreu dem Credo: Unser Einsatz ist Ihr Gewinn! Telefon: (0 69) 95 92 91 91-0 oder mailen Sie uns: fragen@recht-hilfreich.de.

Ihr
RA Uwe Martens

elixir rechtsanwälte | martens & partner
(0 69) 95 92 91 91-0

 

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2 Gedanken zu „90,00 Euro für ein Telefongespräch

  1. Hallo

    Ich habe Am 5.12.11 eine Rechnung über 90€ von Euro Inkasso Solutions s.r.o. erhalten. Das Telefonat ist am 14.11.2011 im EVN zu sehen. Ich kann mir das nur so erklären: Ich habe auch einen Anruf von der „Post“ bekommen und nach dem Telefonat bei der erschienenden Nummer: 696610239969 zurückgerufen, da war nur ein AB dran von irgendeiner Firma. Dabei muss es eine Weiterleitung an die aufgeführte Nummer gegeben haben. Auf alle Fälle habe weder ich noch mein Mann ein Telefonat geführt bei dem uns vorher gesagt wurde, dass eine Gebühr von 90€ bezahlt werden muss.
    Ich werde erstmal nicht reagieren, weil ich auch nicht weiß, ob mein Widerspruch in Petersberg überhaupt ankommen würde.

    Viele Grüße

    Melanie Manske

  2. habe auch eine rechnung von 90 euro bekommen, warte jetzt aber schon 15 tage auf die 2 rechnung, warum machen diese ferbrecher einfach so weiter .diese bande mus doch das handwerkgelehgt werden.giebt es den keine gesetze mehr,bitte macht diese bande unschädlich. zocken arme menschen das geld aus der tasche weil sie angst haben und bezahlen.

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