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Preise im Fitnessstudio mĂŒssen transparent sein

Preise in einem Fitnessstudio-Vertrag mĂŒssen fĂŒr den Kunden nachvollziehbar und transparent sein. So entschied das Landgericht MĂŒnster (Beschl. v. 22. 2. 2011 − 6 T 48/10):

“Die Vereinbarung eines Entgelts in Höhe von 9 Euro pro Quartal (Servicepauschale), sowie die gemĂ€ĂŸ quartalsweise Erhöhung des Grundtarifs um jeweils 0,29 Euro pro wöchentlicher Abbuchung, verstĂ¶ĂŸt gegen die §§ 305c, 307 I BGB und ist damit unwirksam. Die Vertragsgestaltung ist von der KlĂ€gerin so gestaltet worden, dass eine exakte Ermittlung des geschuldeten Wochentarifs nur schwer möglich ist. Das DIN-A4 große Vertragsformular enthĂ€lt in der Mitte eine Auflistung von verschiedenen Leistungen von denen vorliegend lediglich der Punkt „ErfrischungsgetrĂ€nke“ mit 0,89 Euro pro Woche mit einem gesonderten Betrag ausgewiesen ist. Als wöchentlicher Gesamtbetrag der gebuchten Leistungen wird ein Betrag von 9,85 Euro drucktechnisch hervorgehoben. Direkt anschließend im Fließtext, verstecken sich jedoch weitere (ĂŒberraschende) Klauseln. Zu diesem wöchentlichen Gesamtbetrag soll quartalsweise noch eine Servicepauschale von 9 Euro hinzukommen, sowie 1 x jĂ€hrlich eine NutzungsgebĂŒhr von 19 Euro fĂŒr die Berechtigungskarte sowie ein Gesundheitsscheck. Ferner versteckt sich eine laufende Tariferhöhung von 0,29 Euro pro wöchentliche Abbuchung und pro neu beginnendem Quartal. Wird in einem Vertrag ein wöchentlicher Gesamtbetrag ausgeworfen – wie hier der Betrag von 9,85 Euro – ist es fĂŒr den Vertragspartner kaum noch zu ĂŒberblicken, wenn im nachfolgenden Text sich weitere, zusĂ€tzliche GebĂŒhren und Tariferhöhungen verstecken. Hierbei handelt es sich um ĂŒberraschende und ungewöhnliche Klauseln, die letztlich auch dem Transparenzgebot aus § 307 BGB zuwiderlaufen. Der unbefangene Leser und Kunde muss nicht damit rechnen, dass neben dem hervorgehobenen wöchentlichen Preis von 9,85 Euro weitere, versteckte Kosten in nicht unerheblichem Umfang anfallen. Dies gilt jedenfalls soweit es sich um Kosten handelt, die nur die Grundleistungen betreffen, nicht aber spezielle Zusatzleistungen. Bei der vorliegenden Gestaltung des Formulars war eine Kenntnisnahme durch den Kunden nicht ohne Weiteres möglich.”

Fitnessstudios sollten bei der Gestaltung Ihrer VertrĂ€ge und AGB unbedingt auf deren Wirksamkeit achten. Unwirksame Klauseln bedeuten nicht nur den Verlust von AnsprĂŒchen gegenĂŒber dem Kunden, sondern können auch teure Abmahnungen von Mitbewerbern oder Verbraucherschutzvereinen bedeuten.

Gerne helfen wir Ihnen mit unserer Erfahrung im Bereich des Rechts der FitnessvertrÀge weiter. Kontaktieren Sie uns!

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Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh

Florian N. Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwÀlten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den TÀtigkeitsschwerpunkten Handels-, Gesellschafts- und Unternehmensrecht sowie Schutzrechte. KONTAKT Tel.: 069 95 92 91 90 Mail: schuh@recht-hilfreich.de RA Schuh bei LinkedIN

5 Kommentare zu: “Preise im Fitnessstudio mĂŒssen transparent sein”

  1. Avatar André sagt:

    Hallo Zusammen,

    war heute im Fitnesstudio spontan und hab mich beraten lassen.
    Dann kam ein Betrag von 20,45 heraus und ich ging von monatlich aus,
    nach unterschreiben ist mir der Gedanke daheim gekommen, daß es sich um wöchentlich handelt, dazu kommen irgendwie 0,29 Cent fĂŒr Strom und Unkosten pro weiß ich nicht. Und 29 Euro im halben Jahr zusatzkosten.

    Kann ich den Vertrag widerrufen, ist alles nicht ganz eindeutig gewesen und mir nun viel zu teuer.

    Gruß
    André

  2. Avatar Jacqueline sagt:

    Hallo,

    ich habe einen Vertrag im Fitnessstudio abgeschlossen. Im Vertrag stand der wöchentliche Preis und Zusatzkosten im Quartal und eine 3 Monatige Erhöhung der Kosten um 0,16€. Das hab ich zwar ĂŒberlesen aber dass bin ich wohl selbst schuld. Jetzt war ich heute bei der Einweisung, nach der Einweisung wurden mir dann GetrĂ€nkepreise genannt. 1,49 pro Trainig. Das man keine Eigenen GetrĂ€nke mitnehmen darf habe ich erst zuhause erfahren als ich die Infomappe geblĂ€ttert habe die ich heute zum Ende hin bekommen habe. Da ich aber drei mal pro Woche dorthin wollte, wĂ€ren das dann etwa achtzehn Euro zusĂ€tzlich was ich als nicht wenig erachte. Ist das rechtens? Oder kann habe ich ein SonderkĂŒndigungsrecht?

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
    Jacqueline

    • elixir elixir sagt:

      Hallo, und vielen Dank fĂŒr Ihre Frage. Generell kann es Ihnen nicht verboten werden, Ihre eigenen GetrĂ€nke mitzubringen. Nur Glasflaschen auf der TrainingsflĂ€che können aus SicherheitsgrĂŒnden verboten werden. LĂ€sst man Sie im Studio trotzdem nicht trinken oder verwehrt Ihnen sogar den Zugang, dann kann man sicher ĂŒber ein KĂŒndigungsrecht nachdenken. FĂŒr eine Betratung mĂŒssten Sie sich bitte telefonisch oder per Mail melden. Auch mĂŒssten Sie uns den Vertrag zukommen lassen.

  3. Avatar Lindner sagt:

    Hallo,

    Ich habe letzten Mittwoch einen Vertrag im Fitnessstudio abgeschlossen und hatte kein Probetraining- es ging alles so schnell er hat gesagt wir machen mal 104 Wochen dann wird es billiger ! In einer E-Mail stand bevor ich dahin gegangen bin ab 5€ gibt es das Fitness! Jetzt sind es zwölf Euro in der Woche und nach 3 Monaten 29€ trainerpausxhale und alle 6 Monate nochmal 29€ und alle 6 Monate Erhöhung fĂŒr 0,29€ fĂŒr die gerĂ€tebenutzung! Als ich zu Hause war und alles in Ruhe durchgelesen habe ist mir das zu teuer! Ich kann mir das nicht leisten und hab sofort die schriftliche KĂŒndigung geschrieben noch bevor der Vertrag wirksam war aber die sagen ich muss zahlen die zwei Jahre!
    Gibt es irgendeine Möglichkeit?

    Lg katja

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