90 Euro für Telefonsex – Rechnungen meist aus Petersberg und Tschechien

Hilfe InkassoSie heißen RMI, E.N.E.C. Inkasso, Ukara aus Tschechien, OBL und Netnovert. Gerne auch Meveco aus Ujezd nad Lesy sowie Mecom und Rovema aus Posta Horovice. Auch Simex aus Petersberg und Adex hatten wir schon in unserer Sammlung. Zu früheren Zeiten hatten wir schon zahlreiche Mandanten erfolgreich gegen die Euro Inkasso Solutions s. r. o. aus Prag vertreten, die Forderungen für R.M.I. (Roxborough Management Inc.) geltend gemacht hatten. Später dann schaltete sich die Fa. AllInkasso aus München ein. Seit einiger Zeit aber treten immer wieder neue Namen auf. Offenbar wurde unsere Berichterstattung zu stark von den Betroffenen beachtet und die Zahlungseingänge gingen zurück. Jetzt nennt man sich schon gerne mal JCM Inkasso aus Tschechien oder auch Comertus Inkasso. Weitere Firmen sind Monera und Newcon. Forderungen kommen auch von Orrios und A.S.N.P. Stets geht es um 90 Euro für ein Telefonat. Allerdings bleibt es regelmäßig nicht bei diesem Betrag.

Gemeinsam haben die Firmen oft ein Tschechisches Bankkonto. So auch die Firmen Monera, Tesco, Eranet, Ventus und Expert. Seit kurzem sind uns auch Beromax, Eldoma, Simela, K.M.N. Inkasso, VPO, Gramlick und Mitacord bekannt. Alle haben ihren Sitz in Tschechien. Teilweise wurden auch 135, 185 und 195 Euro gefordert.

Aktuell ist auch eine schon früher aktive Firma aus Luxemburg wieder aufgetaucht. Inkassoschreiben der Firma Pro Bi Re (PROFESSIONAL BILLING REMINDER).

Die Masche scheint dabei stets die selbe. Es werden 90 Euro für Erotikdienstleistungen verlangt. Der Anrufer sei auf die Kosten hingeweisen worden und sei daher mit diesen einverstanden gewesen. Allerdings wurden die Kosten in uns bekannten Fällen auch dann berechnet, wenn sofort aufgelegt wurde und gar keine Leistung in Anspruch genommen wurde.

Das Vorgehen ist uns schon seit vielen Jahren bekannt und wir verfolgen seit dem die Entwicklung. Auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Fulda gegen Hintermänner einer der genannten Firmen haben wir schon begleitet. Bezahlen sollten Sie auf keinen Fall! Die Forderungen sind unseres Erachtens sebst dann nicht berechtigt, wenn Sie tatsächlich angerufen hatten. Eine Anzeige bei der Polizei sollten Sie in diesem Fall allerdings unterlassen bzw. genau auf die Formulierung achten. Schon zweimal mussten wir erfahren, dass die Staatsanwaltschaft dann gegen die Anrufer ermittelte wegen falscher Verdächtigung des Telefonsex-Anbieters. Natürlich völliger Blödsinn. Der Ärger aber war groß.

In einem Fall gelang es uns sogar, einen beträchtlichen Betrag zurückzuerlangen, der an das Inkasso bezahlt worden war. Dies dürfte aber die Ausnahme sein. Haben Sie bezahlt, ist das Geld in der Regel verloren.

Was wir für Sie tun können:

Das Inkasso lebt von der Einschüchterung seiner Schuldner. Lassen Sie sich das nicht gefallen und wehren Sie sich. Erfahrungsgemäß kehrt hier sehr schnell Ruhe ein, wenn durch ein Anwaltsschreiben klar gestellt wird, dass bei Ihnen nicht zu holen sein wird. Hierzu müssen Sie uns lediglich das erhaltene Schreiben zusenden. Nutzen Sie unsere Mailadresse inkasso@recht-hilfreich.de

Wir setzen uns umgehend mit Ihnen in Verbindung, schreiben die Abzocker an und weisen die Forderung zurück. Generell sollten unberechtigte Forderungen immer zurückgeweisen werden. Dann drohen auch keine Schufa-Einträge.

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Florian Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwälten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den Tätigkeitsschwerpunkten Handels-, Unternehmens- und Gesellschaftsrecht sowie Wettbewerbsrecht und Erbrecht. Weitere Infos auch bei google+

2 Kommentare zu: “90 Euro für Telefonsex – Rechnungen meist aus Petersberg und Tschechien”

  1. m_bz sagt:

    Guten Tag Herr Schuh,

    der Opa meiner Frau ist dieser Masche auf dem Leim gegangen.

    Er hat angerufen, nach 20 Sekunden wurde das Gespärch abgebrochen, er hat weder eine Belehrung noch einem Kaufvertrag zugestimmt.

    Firma Eldoma/CZ + Emra Inkasso, CZ.

    Gezahlt wurde natürlich nicht.
    Erhalten hat er bisher Rechnung, Mahnung, 2. Mahnung, letzte Mahnung, Zahlungsaufforderung Inkasso, Letzte außergerichtliche Zahlungsaufforderung Inkasso.

    Insgesamt 260,00€.

    Das soetwas einen 85 Jahre alten Mann einschüchtert ist klaro oder?

    Die Telefonnummer haben Sie aus dem Telefonbuch, dies konnte zu 100% bewiesen werden, da der Vorname im Telefonbuch schon immer falsch steht und auch die Rechnungen an den „falschen“ Vornamen laufen.

    Der gesamte Briefverkehr kommt aus dem Briefzentrum 97 -> Würzburg.
    Immer als 70 Cent Briefe, also nie mit Nachweis.

    Angerufen hat bisher keiner.

    Bitte melden Sie sich doch einmal.

    Meines Wissens darf ein CZ-Inkasso in Deutschland keinerlei Forderungen eintreiben.

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