Erfahrungen & Bewertungen zu elixir rechtsanwälte Anwalt Wirtschaftsrecht: Bankenfinanzierung als Problem

Anwalt Wirtschaftsrecht: Bankenfinanzierung als Problem

Anfangs spielen sich Banken als Helfer und UnterstĂŒtzer der Firma auf. NatĂŒrlich stemmen sie die Finanzierung der Betriebsimmobilie mit. SelbstverstĂ€ndlich rĂ€umen sie einen respektablen Kontokorrent fĂŒr die laufenden GeschĂ€ftsvorgĂ€nge ein. Anstandslos geben sie Geld fĂŒr Zwischen- oder Sonderfinanzierungen. So manchem Unternehmer wird da schnell mal in klammen Zeiten der ein oder andere Euro zugesteckt. Der Rest ist Bankroutine: hier und da ein paar Unterschriften, kurz noch die Sicherheiten und schon ist alles im Lot.

Der Ärger geht allerdings los, wenn das Unternehmen unbeabsichtigt in SchrĂ€glage gerĂ€t, meist weil die LiquiditĂ€tsdecke dĂŒnn ist. Dann werden die ZĂŒgel von der zuvor so freundlichen Bank straffer gehalten. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer bzw. die Gesellschafter werden zum BankengesprĂ€ch gebeten. Das Ende vom Lied: Wenn keine KĂŒndigung der Kreditlinien droht oder gar erklĂ€rt wird, dann soll doch bitte zumindest eine Unternehmensberatung ins Boot geholt werden. Man kenne und vertraue einer ganz bestimmten. Eine gute Empfehlung. Die kennen sich mit den Problemen im Unternehmen bestens aus.

ACHTUNG:
Jetzt gilt es aufzupassen! Immer dann, wenn Ihnen Ihre Bank eine Empfehlung zu einer bestimmten Unternehmensberatung gibt, gilt nur eins: Finger weg! Wenden Sie sich stattdessen an einen unabhĂ€ngigen Berater! Gerne helfen wir Ihnen. Wir kommen sofort zu Ihnen. Ein Anruf genĂŒgt.

Ist die empfohlene Unternehmensberatung erst einmal auf Druck der Bank von Ihnen engagiert, geht die hĂ€ppchenweise EntmĂŒndigung und Enteignung los. Es wird ein teures „Restrukturierungsgutachten“ erstellt, eine mit Schablonen und Zahlenstandards gefĂŒllte Powerpoint-PrĂ€sentation, die – wen wundert’s? – eine positive FortfĂŒhrungsprognose bescheinigt, selbst wenn die Insolvenzreife lĂ€ngst an die TĂŒr geklopft hat. Ist das ein Problem fĂŒr die Unternehmensberater? Nein. Sie haften ja schließlich nicht fĂŒr die Fehlentscheidungen der GeschĂ€ftsfĂŒhrung. Selbst wenn das Gutachten völlig falsch sein sollte, muß der Chef die Entscheidungen treffen – und verantworten. Ein RĂŒckgriff auf die Berater ist kaum möglich.

WĂ€hrend die Berater eifrig, Seiten um Seiten fĂŒllen, Stunden um Stunden Interviews fĂŒhren und Rechnung um Rechnung schreiben, taumelt das Unternehmen mehr oder minder am Rande des Ruins entlang. Uns sind FĂ€lle bekannt, da wurden wöchentlich Rechnungen ĂŒber 20.000 Euro von Unternehmensberatern gestellt; 500.000 Euro im halben Jahr!

VORSICHT:
Unternehmensberatungen haben Einblick in Ihre Zahlen und können daher leicht feststellen, wo Ihre Schmerzgrenze bei den Rechnungen und der Rechnungshöhen liegen. Oft genug gehen sie aber auch darĂŒber hinaus.

Ziel so mancher Unternehmensberatung ist es, den wackelnden Kandidaten möglichst lange aufrecht zu erhalten und Rechnungen fĂŒr geleistete Stunden zu stellen. Je lĂ€nger die Firma am Leben bleibt, desto mehr kann der Beratungstrupp abrechnen, so deren KalkĂŒl. Zu den Standards der Verzögerungstaktik gehört es, mit den Lieferanten Stundungen zu vereinbaren, lĂ€ngere Zahlungsziele auszuhandeln oder nur zwingend erforderliche Rechnungen zeitnah zu bezahlen und den Rest liegen zu lassen. Vermag sich die Unternehmensberatung mit einem Vorgehen oder einer Folgebeauftragung nicht durchzusetzen, genĂŒgt ein Anruf. Hinter dem RĂŒcken der GeschĂ€ftsfĂŒhrung stimmen sich Unternehmensberater und Bank ab, bestellen die FĂŒhrungsriege ein und erhöhen bankseitig noch einmal den Druck. Die letzten Sicherheiten werden aus den Gesellschaftern, dem Unternehmen oder der beteiligten GeschĂ€ftsfĂŒhrung herausgepresst. Nachbesicherungen werden gefordert. Der Ehepartner des Firmenpatriarchen soll sich ebenfalls verbĂŒrgen. Sind noch Privatimmobilien unbelastet? Die können doch mit einer Grundschuld besichert werden. Markenrechte werden verpfĂ€ndet. Umfassende BĂŒrgschaften werden erbeten. Oft gipfelt das alles in dem Vorschlag einer doppelnĂŒtzigen Treuhandvereinbarung, durch die letztlich die Bank komplett das Unternehmen an sich zieht. Die vormaligen Gesellschafter haben dann nichts mehr zu melden, sind reine Marionetten. Die Stimmenmehrheit liegt nun in der Hand des bankseitig eingesetzten TreuhĂ€nders. Als vorgebliches Sanierungsinstrument wird die doppelnĂŒtzige Treuhand angepriesen. In Wirklichkeit ist es ein strategischer Schachzug der Banken, um als Finanzierer an die Gesellschaftsanteile des Unternehmens und damit an die Stimmrechte zu gelangen.

WARNUNG:
Bevor Sie einer doppelnĂŒtzigen Treuhandvereinbarung zustimmen, sollten Sie unbedingt sĂ€mtliche denkbaren Alternativen beleuchten und sich von einem erfahrenen Berater unabhĂ€ngig ĂŒber die Einzelheiten des Vertragsentwurfs informieren lassen. Rufen Sie uns an, wir kennen derartige VertrĂ€ge aus der Praxis! So mancher Vertragsentwurf ist rechtlich unzulĂ€ssig.

Geht irgendwann gar nichts mehr und fĂŒhrt an der Insolvenzanmeldung kein Weg vorbei, ist eins sicher: Die Bank ist der Gewinner und geht ohne jeden grĂ¶ĂŸeren Verlust aus dem Engagement heraus. Sie als Firmeninhaber sind der Verlierer. Oft droht sogar die private Insolvenz.

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Von

Rechtsanwalt Uwe Martens

Uwe Martens ist Rechtsanwalt bei elixir rechtsanwÀlte | martens & partner, Frankfurt am Main. Er ist besonders in den Bereichen Wirtschafts- / Unternehmensrecht, Inkasso / Inkasso-Abwehr und Recht der freien Berufe (insb. Arztrecht) tÀtig.

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