BCI Business Capital Investors Corporation – Anlagebetrug? Wenn Renditewunsch zu Inkassoaufgabe wird

Nach verschiedenen Pressemitteilungen verspach BCI ihren Anlegern eine beachtliche Rendite in Höhe von 15,5 Prozent. Viele zahlten ein. Rund 4.000 Betroffene soll es geben.  Sie zusammen sollen über 100 Millionen Euro eingezahlt haben. Doch seit einiger Zeit ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Ähnlich dem Modell des Betrügers Bernard Madoff in den USA soll hier ein großangelegtes Schneeballsystem vorliegen. Danach wurden eingezahlte Gelder dazu verwendet, erste Renditeauszahlungen vorzutäuschen. Gewinne aus Geldanlage gibt es bei Schneeballsystemen nicht. Solche Auszahlungen verführen nicht nur zu neuen Einzahlungen, sondern dürfen auch zur Verbreitung und Empfehlung dieser nebulösen Geldanlagen beitragen.

„Wir haben bis jetzt keine renditeträchtige Geschäftstätigkeit dieses Unternehmens feststellen können“,

sagt Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann über BCI.

„Es steht zu befürchten, dass wesentliche Teile des Anlagevermögens nicht mehr vorhanden sind“,

prognostiziert Möllmann.

TIPP:

Wer noch Chancen haben möchte, an sein eingezahltes Geld heranzukommen, muß sorgfältig prüfen, ob bei den Hintermännern, Vermittlern, Berater oder anderen Beteiligten etwas zu holen ist. Spannend dabei ist, daß die Anleger wohl selten direkt an BCI zahlten, sondern über Dritte gehen sollten.

Zivilrechtliches Kernargument wird dabei sein, daß die jeweilige Person von BCI (oder dessen Umfeld) die Kunden auf die Gefahr eines Totalverlusts hätte hinweisen müssen. Hier öffnet eine Falschberatung einen möglichen Haftungsanspruch oder -durchgriff.

Wer sein Geld zurückholen möchte, muß bereit sein, konsequent vorzugehen und weiteres Geld in die – allerdings unsichere – Geldbeitreibung zu investieren. Dazu wird nicht jeder Betroffene bereit sein, so daß sich die Anlageverkäufer vielleicht am Ende doch noch die Hände reiben können.

Wer im Vorfeld einer Geldanlage Umsicht walten läßt, läuft seltener Gefahr, einen Totalverlust zu erleiden und auf Betrüger hereinzufallen. Denken Sie doch am besten an folgende Fragen, wenn es um Ihre Geldanlage gehen soll:

  • Wie hoch ist die Verzinsung? Soll Sie bei oder über dem Verzugszins für Verbraucher liegen? Womit wird das begründet? Haken Sie hier hartnäckig nach. Faustformel: Liegt das Zinsversprechen bei oder über dem Verzugszins für Verbraucher, ist deutliche Skepsis angebracht!
  • Wie wird das Anlagemodell erklärt? Wie soll die Rendite erwirtschaftet werden? Beispiel: Sie kaufen Container als Investment. Fragen Sie nach dem Standort, nach Bildern, nach der üblichen Route usw. Faustformel:  Wenn Sie etwas nicht verstehen, lassen Sie besser die Finger davon!
  • Was ist über den Anbieter bekannt? Welche Erfahrungen werden im Internet veröffentlicht? Faustformel: Überprüfen Sie immer vor irgendeiner Zahlung Ihren Vertragspartner.
  • Werden ungewöhnliche Verfahrensabläufe angesprochen? Wird Ihnen eine schmackhafte Rendite für Schwarzgeld in Aussicht gestellt? Sollen Gelder ins Ausland überwiesen werden? Faustformel: Ungewöhnliche Verfahrensabläufe sprechen für unglaubwürdige Vorgehensweisen!
  • Wird zu der Geldanlage gedrängt? Wird Zeitnot vorgegaukelt? Faustformel: Eine Geldanlage ist keine hektische Entscheidung, weswegen nie Eile geboten ist.

Anstatt Ihr Geld in unsichere Geldanlagen zu stecken und übertriebenen Renditeversprechen hinterherzulaufen, empfehlen wir eher die Absicherung Ihres Vermögens. Haben Sie rechtliche Fragen zum Vermögensschutz oder zur Geldanlage? Rufen Sie uns einfach an! Wir helfen Ihnen gerne!

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Von

Uwe Martens ist Rechtsanwalt bei elixir rechtsanwälte | martens & partner, Frankfurt am Main. Er ist besonders in den Bereichen Wirtschafts- / Unternehmensrecht, Inkasso / Inkasso-Abwehr und Recht der freien Berufe (insb. Arztrecht) tätig. Weitere Infos auch bei google+

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