Erfahrungen & Bewertungen zu elixir rechtsanwälte Ist ein Aussendienst von Inkasso-Unternehmen sinnvoll?

Ist ein Aussendienst von Inkasso-Unternehmen sinnvoll?

Viele Inkassounternehmen werben mit dem Hinweis, daß Sie im Falle von Zahlungsverzögerungen oder bei AußenstĂ€nden persönlich beim Schuldner vorbeischauen und dort vor Ort mit dem Betroffenen die Sachlage klĂ€ren – mal laut Eigenwerbung der Inkassofirmen sachlich-seriös, mal laut anderer Eigenwerbung einschĂŒchternd-erschreckend. Letztere Vorgehensweise ist schlichtweg verboten! Wer Schuldner bedroht, nötigt oder auf andere Art und Weise unrechtmĂ€ĂŸig zu einer Zahlung drĂ€ngt, handelt rechtswidrig. Auch der Auftraggeber solcher InkassobĂŒros und nicht nur die Geldeintreiber selbst mĂŒssen mit staatsanwaltlichen Ermittlungen rechnen. Der eine wegen der Haupttat selbst, der andere wegen Anstiftung dazu.

Der seriöse und rechtlich zulĂ€ssige Besuch eines Inkasso-Außendienstmitarbeiters soll vor Ort in der Regel den Erfolg einer Teilzahlungsvereinbarung oder Teilzahlung herbeifĂŒhren oder zumindest den Schuldner dazu bewegen, in irgendeiner Form seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen. Hier liegt viel Streitpotential in den Nuancen des Vorgehens des Außendienstlers. Daher halten wir wenig vom Einsatz von Außendienstmitarbeitern. Gegen den Einsatz von Geldeintreibern vor Ort gibt es auch gewichtige Sachargumente: Der Inkassovertreter hat keine besondere Legitimation, die ihn zu besonderen Maßnahmen berechtigt. Jeder Schuldner kann den AD-Mitarbeiter einfach fortschicken – ohne jede rechtliche Konsequenz. Er kann sogar klar rausstellen, daß er private BelĂ€stigungen am Wohnort nicht wĂŒnscht. SpĂ€testens dann hat sich die TĂ€tigkeit des Vorort-Services rechtlich ohnehin erledigt. Ignorieren Inkassofirmen diesen Hinweis, bewegen sie sich auf rechtlich dĂŒnnem Eis.

Anders hingegen, wenn man gleich die gesetzlich vorgesehene Person fĂŒr den Forderungseinzug und die Zwangsvollstreckung richtig einschaltet: den Gerichtsvollzieher. Im Gegensatz zu Inkassoleuten besitzt der Gerichtsvollzieher qua Gesetzeslage besondere Kompetenzen. Er darf bei entsprechender Sachlage den Schuldner durchaus erheblich unter Druck setzen: Er kann dem Schuldner eine Offenbarung seiner VermögensverhĂ€ltnisse abverlangen; er kann sich den Zutritt zur Wohnung erzwingen; er kann notfalls den Schuldner verhaften oder sogar die Wohnung komplett rĂ€umen lassen. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Weswegen sollte man dann ĂŒberhaupt noch an eine Inkassofirma zwecks Außendienstbeauftragung einschalten? Wegen vorgeblich rhetorischem Geschick? Wenig ĂŒberzeugend. Wegen der Wirkung in der Nachbarschaft? Im Gegensatz zum Gerichtsvollziehereinsatz: bedenklich. Wegen – ja weswegen? Wir sehen keine Argumente, die den Einsatz eines Inkassomitarbeiters rechtfertigen. Richtiger und einzig wahrer Ansprechpartner in der Zwangsvollstreckung ist und bleibt der gezielt vom GlĂ€ubiger und seinem Anwalt eingesetzte Gerichtsvollzieher. NatĂŒrlich muß man dazu wissen, wie man gemeinsam mit dem Gerichtsvollzieher in der Vollstreckung zusammenarbeitet. Hier fehlen vielen InkassobĂŒros das detaillierte Hintergrundwissen und die vielen Tricks und Kniffe, wie erfolgreich mit dem Gerichtsvollzieher zusammengearbeitet wird.

Haben Sie Fragen zur erfolgreichen Zwangsvollstreckung? Wir helfen Ihnen gerne! Rufen Sie uns einfach kurz an.

Share Button

Von

Rechtsanwalt Uwe Martens

Uwe Martens ist Rechtsanwalt bei elixir rechtsanwÀlte | martens & partner, Frankfurt am Main. Er ist besonders in den Bereichen Wirtschafts- / Unternehmensrecht, Inkasso / Inkasso-Abwehr und Recht der freien Berufe (insb. Arztrecht) tÀtig.

Derzeit keine Kommentare.

Hinterlassen Sie einen Kommentar (wird hier mit dem von Ihnen angegebenen Namen ohne eMail-Adresse veröffentlicht)

Kommentar

ANTI-SPAM-FRAGE: