Schreiben von Auer Witte Thiel Rechtsanwälte

Auer Witte Thiel

Die Kanzlei Auer Witte Thiel Rechtsanwälte versendet Schreiben, die wie oben dargestellt aussehen. Diese beginnen mit der Anzeige einer anwaltlichen Vertretung für eine Firma und die Mitteilung, dass Sie deren Angebot (meist eine Internetseite) an einem bestimmten Datum in Anspruch genommen haben sollen. Weitere Ausführungen zum Vertragsschluss und eine genauen Leistungsbeschreibung fehlen in in den uns vorliegenden Schreiben meist.

Wenn Sie zunächst nicht wissen, worum es überhaupt geht und ob Sie überhaupt einen Vertrag mit der vertretenen Firma abgeschlossen haben, dann raten wir, zunächst nicht zu bezahlen.

Die Kanzlei weist dann unter „Informationen zur Forderung“ auf Folgendes hin:

Es sei ein Dienstleistungsvertrag abgeschlossen wurden. Der Bundesgerichtshof habe bestätigt, dass Willenserklärungen auch per Mausklick abgegeben und Verträge über das Internet so abgeschlossen werden können (BGH Urteil vom 07.11.2001, Az: VIII ZR 13/01).

Das ist natürlich richtig, braucht Sie aber nicht zu beunruhigen. Denn wenn tatsächlich jemand mit Ihren Daten einen Vertrag abgeschlossen hat, so ist damit noch nicht bewiesen, dass Sie dies selbst waren.  Und diesen Beweis muss derjenige erbringen, der Geld von Ihnen haben möchte.

Auer Witte Thiel führt als Nachweis für die Nutzung des Online-Angebots Ihre Daten und eine IP-Adresse auf. Lassen Sie sich diese Daten unbedingt zuschicken. Ihre Daten kann jedoch auch ein Dritter eingegeben haben und über die IP-Adresse kommt man nur schwer an den Anschlussinhaber. Die Daten werden auch nur kurz von Ihrem Telefonanbieter gespeichert. Daher ist uns auch kein Fall bekannt, indem in vergleichbaren Fällen tatsächlich der Anschlussinhaber über die IP-Adresse ermittelt wurde. Und selbst dann hätte man nur den Anschlussinhaber und nicht denjenigen, der die Bestellung aufgegeben haben soll. Es dürfte sich daher um eine leere Drohung handeln.

Auch der Hinweis auf die SCHUFA ist kein Grund zur Sorge. Sie brauchen nichts weiter tun als die Forderung zu bestreiten (auf Zugangsnachweis achten!). Eine bestrittene Forderung darf nicht bei der SCHUFA eingetragen werden. Sollte dies doch passieren, löscht die SCHUFA nach entsprechendem Hinweis den Eintrag sofort.

Wenn Sie nicht weiter von AUER WITTE THIEL angeschrieben werden möchten, können Sie uns beauftragen. Sobald wir uns angezeigt haben, darf die Kanzlei Sie nicht mehr direkt anschreiben. Aus berufsrechtlichen Gründen dürfen Rechtsanwälte den Anwalt der Gegenseite nämlich nicht umgehen.

Senden Sie uns Ihre Unterlagen an inkasso@recht-hilfreich.de

Oder nutzen Sie unser Skript mit Musterschreiben.

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Florian Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwälten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den Tätigkeitsschwerpunkten Handels-, Unternehmens- und Gesellschaftsrecht sowie Wettbewerbsrecht und Erbrecht.

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