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Krisenvorsorge: Vermögensschutz dank Familienpool

Die Hoffnung tr√ľgt: Immobilien sind entgegen landl√§ufiger Meinung keinesfalls krisensicher. Grundbesitz ist alles andere als eine ‚ÄěVersicherung gegen Geldvernichtung‚Äú. Nat√ľrlich m√∂gen Immobilien als Sachwerte insbesondere einen gewissen Inflationsschutz bieten. Sie werden als klassische Altersvorsorge angesehen und bilden damit das wichtige R√ľckrat des Familienverm√∂gens. Knapp die H√§lfte der gesamten Verm√∂genswerte von √ľber zehn Billionen Euro in den deutschen Privathaushalten steckt in Immobilien. Umso wichtiger ist ein vorausschauender Verm√∂gensschutz.

Verm√∂genswerte sind allerdings nicht nur vor den wirtschaftlichen Krisen und Unw√§gbarkeiten der globalen Wirtschaftskreisl√§ufe zu sch√ľtzen, sondern m√ľssen ganz besonders vor den viel h√§ufigeren, vermeintlich allt√§glichen Vorkommnissen bewahrt werden.

Haftung, Trennung, Scheidung, Behinderung, Unfall, Krankheit, Koma, Tod und dergleichen schreckliche Ereignisse mehr f√ľhren viel, viel √∂fter zur Zerst√∂rung aufgebauter Verm√∂gens- und Sachwerte.

Wirtschaftliche Krisen malen sich vor diesem Hintergrund wie ein laues L√ľftchen aus. Wer beispielsweise einmal eine Scheidung durchlebt hat, kennt den wahren Sturm. J√§hrlich werden rund 200.000 Scheidungen bundesweit ausgesprochen ‚Äď mit entsprechend oft unerw√ľnschter Verschiebung und Neuordnung der Verm√∂genswerte. 2011 wurden in Deutschland Erbschaften im Wert von rund 233 Milliarden Euro bundesweit vergeben ‚Äď nicht immer ohne Streit. Riesige Verm√∂gensmassen stehen bei innerfamili√§ren Unklarheiten – zur√ľckhaltend formuliert – zur Disposition. Genau hier gilt es entsprechende Vorsorge und Krisenschutz zu betreiben.

Familienrat f√ľr den vorsorgender Krisenschutz

Wen treffen alles die Fragen um Vermögensschutz und Krisenabwehr? Alle, die

  • ihre Steuerlast bei der √úbertragung von Verm√∂gen senken m√∂chten,
  • ihr Geld und ihre Sachwerte vor dem Zugriff Dritter (Stichwort: Haftungsvermeidung) sch√ľtzen m√∂chten,
  • Diskussion und Streitigkeiten um Erbschaft ausschlie√üen m√∂chten,
  • Vorsorge f√ľr Ungl√ľcksf√§lle und Krankheit(en) treffen wollen,
  • steuerliche Freibetr√§ge aussch√∂pfen m√∂chten,
  • Alternativen zur vorweggenommenen Erbfolge oder konventionellen Nachfolgekonzepten (z. B. Nie√übrauch f√ľr √úberlassung) suchen und
  • Verm√∂gensplanung mit Steueroptimierung zu kombinieren versuchen,

werden um eine Besch√§ftigung mit denkbaren innerfamili√§ren Unw√§gbarkeiten nicht umhin kommen. Denn keiner von uns wird voraussehen k√∂nnen, wie sich die Kinder oder die Familie insgesamt entwickeln wird. Welche Partner werden die Kinder finden? Welchen Einflu√ü werden die neuen Partner aus√ľben? Welche beruflichen und privaten Haftungsgefahren k√∂nnen drohen? Wie lassen sich fr√ľhzeitig Steuerbelastungen minimieren?

Bei aller Liebe in der Familie sollte auch Quentchen Vernunft regieren und den vorsorgenden Krisenschutz zum Thema im Familienrat machen. Fragen der vorsorgenden Familienplanung, der vorweggenommenen Erbfolge und der altersorientierten Verm√∂gensabsicherung m√ľssen auf den Tisch kommen.

Familienzusammenhalt bannt viele Risiken

Verm√∂genswerte zu erhalten, ohne dass sie dem Finanzamt, m√∂glichen Gl√§ubigern oder unliebsamen Pflichtteilsberechtigten zum Opfer fallen, kann durch ein wohldurchdachtes und bereits vielfach bew√§hrtes Modell gelingen: den Familienpool. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein intelligentes Gestaltungsmittel f√ľr eine vorausschauende Krisenabsicherung und damit f√ľr einen wohl√ľberlegten Verm√∂gensschutz. Denn hier k√∂nnen die Verm√∂gen eines Tages ungeschm√§lert an die von Ihnen selbst auserw√§hlten Personen flie√üen. Es m√ľssen nicht zwingend nur Familienmitglieder sein.

Der Familienpool nutzt anstelle der klassischen Schenkungs- und Erbrechtsgestaltungen das Gesellschaftsrecht zur Verm√∂gens√ľbertragung ‚Äď mit all seinen Vorteilen und all seiner Flexibilit√§t.

Viele Verm√∂gende haben landauf, landab sich f√ľr diese Variante des Verm√∂gensschutzes und der vorsorgenden Verm√∂gens√ľbertragung bereits entschieden. In Unternehmerfamilien sind Familienpools gang und g√§be. Das Modell steht aber auch allen Wohnungsbesitzern und Durchschnittsverdienern offen. Besonders reich mu√ü man hierf√ľr nicht sein.

Der Trick des Familienpools ist einfach: Der Eigent√ľmer des Verm√∂gens √ľbertr√§gt seine Werte in eine Gesellschaft, den Familienpool. Diese Gesellschaft kann in jeder beliebigen Rechtsform ausgestaltet sein. Die Gesellschafterin wird neue Eigent√ľmerin. Die Familienmitglieder werden Anteilseigner an dieser Gesellschaft, an dem Familienpool. So wird faktisch und juristisch Familienzusammenhalt zementiert. Das Verm√∂gen wir jetzt nicht mehr durch kostspieliges Hin- und Her√ľbertragungen verschoben, sondern nur durch √Ąnderung der jeweiligen Beteiligungsquoten an der Gesellschaft. Der Familienpool ist besonders f√ľr die Sicherung und √úbertragung von Immobilien und Kapitalverm√∂gen geeignet. Wer die Steuervorteile mit nutzen m√∂chte, sollte m√∂glichst ein h√∂heres Grundverm√∂gen, das √ľber den Schenkungsfreibetr√§gen liegt, besitzen. Eine fr√ľhzeitig angedachte Konzeption zum Familienpool kann so daf√ľr sorgen, da√ü √ľber vier Millionen Euro steuerfrei an die n√§chste Generation √ľbergeben werden, ohne da√ü der Schenker seine Verf√ľgungsgewalt dar√ľber verliert.

Vorteile des Familienpools

Wer anstelle der klassischen zivil- und erbrechtlichen Gestaltungen den Familienpool w√§hlt, kann verschiedene Vorteile f√ľr sich in Anspruch nehmen:

Das im Familienpool zusammengef√ľhrte Verm√∂gen wird k√ľnftig nur durch den Ein- / Austritt von Gesellschaftern bzw. durch √Ąnderung deren Anteile gesteuert. Hohe Notarkosten f√ľr Grundst√ľcks√ľbertragungen oder erbrechtliche Regelungen fallen weg.

Ihr Familienvermögen wird vor der Zersplitterung auf viele Häupter bewahrt. Das gewinnt gerade bei kleineren und mittleren Vermögen gehen an Bedeutung. Das Gesamthandvermögen im Familienpool bietet flexible Regelungsmöglichkeiten, während andere Vorgehensweisen oft starre Fronten setzen.

Die Person, die das Hauptverm√∂gen in den Familienpool einbringt, kann das Zepter weiterhin in der Hand halten und als Gesch√§ftsf√ľhrer allein die Geschicke regeln und auch Umschichtungen im Verm√∂gen vornehmen. Mit dem Familienpool k√∂nnen die Eltern zu Lebzeiten den Kinder hohe Werte √ľbertragen und gleichzeitig die vollst√§ndige Verf√ľgungsmacht behalten.

Anders als beim Nie√übrauch k√∂nnen Sie √ľber den Familienpool festlegen, da√ü Dritte (z. B. nicht genehme Ehepartner der Kinder) zuk√ľnftig nicht Nutznie√üer des Verm√∂gens werden ‚Äď auch nicht mittelbar. Sie k√∂nnen Ihre Kinder zum eigenen Verm√∂gensschutz anhalten (z. B. Pflicht zum Abschlu√ü eines Ehevertrages).

Familienpools eignen sich gerade f√ľr Lebenspartnerschaften, die nicht den Bund der Ehe eingegangen sind, um den hier bestehenden hohen Schenkungssteuers√§tze gestalterisch entgegenzuwirken.

Der Familienpool kann mit weiteren Schutzrechten zugunsten des Schenkers versehen werden. Dem Schenker bleiben die M√∂glichkeiten des Nie√übrauchs, des Wohn- oder Wohnungsrechts erhalten, so da√ü doppelte Sicherheit hergestellt werden kann (Hosentr√§ger-und-G√ľrtel-Prinzip).

Der oder die Schenker k√∂nnen sich in den √úbergabevertr√§gen an den Familienpool weitreichende R√ľcknahme- oder R√ľcktrittsrechte vorbehalten, so da√ü keine Gefahr des Totalverlustes entsteht.

Um die dauerhafte Handlungsfähigkeit der Gesellschaft zu erhalten, empfiehlt sich zusammen mit dem Familienpool eine entsprechende Vorsorgevollmacht.

Eine echte Konkurrenz zwischen Familienstiftung und Familienpool besteht nicht, da beide sich von der Rechtsnatur her erheblich unterscheiden. Im Vergleich schneidet hierbei der Familienpool insbesondere unter den Gesichtspunkten Vermögensherrschaft, Flexibiliät und Gestaltungsfreiheit besser als eine Familienstiftung ab.

√Ąhnlich wie ein Familienpool kann aus erb- und schenkungssteuerlichen Erw√§gungen heraus auch ein Wohungsunternehmen (ab 250 ‚Äď 300 Wohneinheiten), das Eink√ľnfte aus Vermietung und Verpachtung (V & V) erzielt, ausgestaltet werden. Wenn der Umfang der Vermietungst√§tigkeit einen wirtschaftlichen Gesch√§ftsbetrieb erfordert, sind diese Wohnungen beg√ľnstigtes Betriebsverm√∂gen. Bei richtiger Gestaltung kann die Schenkung oder Vererbung dieses Wohnungsunternehmens steuerfrei erfolgen.

Wird der Familienpool als gewerblich gepr√§gte Verm√∂gensverwaltungsgesellschaft konstruiert, kann der Familienpool auch als steuerlicher Vorteil genutzt werden. Sie k√∂nnen so eine neue Abschreibungsgrundlage f√ľr vermietete Immobilien schaffen, ohne die Steuerung aufzugeben.

Sie geraten mit einem Familienpool gerade nicht in eine wirtschaftliche Abh√§ngigkeit bei der Verm√∂gensweitergabe. Sie bleiben trotz Verm√∂gens√ľbertragung Herr im Hause. Mit einem Augenzwinkern k√∂nnen wir daher sagen: Mit dem Familienpool geht Ihr Verm√∂gen gerade nicht baden.

Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir unterbreiten Ihnen gerne Vorschläge einer individuellen Vermögensstrategie samt Schutzvorkehrungen.
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Von

Rechtsanwalt Uwe Martens

Uwe Martens ist Rechtsanwalt bei elixir rechtsanwälte | martens & partner, Frankfurt am Main. Er ist besonders in den Bereichen Wirtschafts- / Unternehmensrecht, Inkasso / Inkasso-Abwehr und Recht der freien Berufe (insb. Arztrecht) tätig.

2 Kommentare zu: “Krisenvorsorge: Verm√∂gensschutz dank Familienpool”

  1. Avatar semel sagt:

    anfrage,
    ausschluß unliebsamer kinder vererbung immobilie,
    √ľbertragungsvertrag mit wohnrecht/nie√übrauch
    ratsam, vorteile/nachteile ,
    pflege erblasser ber√ľcksichtig,
    danke

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