Erfahrungen & Bewertungen zu elixir rechtsanwälte Verluste durch Insolvenz des Vertragspartners vermeiden | Unternehmensrecht & Wirtschaftsrecht - elixir rechtsanwälte - Frankfurt am Main

Verluste durch Insolvenz des Vertragspartners vermeiden

Das deutsche Insolvenzrecht kann für Gläubiger wirklich unangenehm sein. Wir eine Forderung gegen einen Dritten hat, muss praktisch immer mit einer Insolvenz rechnen. Im Fall einer Kapitalgesellschaft wie der GmbH, ist man im Fall einer Insolvenz auf eine Quote nach Abschluss des Insolvenzverfahrens verwiesen. Erfahrungsgemäß erhält man in den meisten Fällen zwischen 1% und 5% seiner Forderung bezahlt. In vielen Fällen aber auch gar nichts. Hat man eine Forderung gegen einer Privatperson, sieht es nicht besser aus. Spätestens nach 7 Jahren erhält diese in der Regel die Restschuldbefreiung. Damit gehen alle Forderungen, die bis dorthin nicht bezahlt wurden, einfach unter.

Im Fall der Insolvenz des Vertragspartners besteht also die realistische Möglichkeit, dass man kein oder nur noch einen Bruchteil des Geldes bekommt. Selbst wenn man vor der Insolvenz Zahlungen erhalten hat, kann der Insolvenzverwalter diese Zahlungen in vielen Fällen anfechten und man muss sogar bereits erhaltende Zahlungen zurückgeben. Eine mehr als unangenehme Situation.

Deshalb habe ich es häufig mit der Frage zu tun, wie man sich dagegen schützen kann und Forderungen möglichst Insolvenzfest absichern kann.

  • Sicherheiten

Selbstverständlich kann man sich für eine Forderung Sicherheiten geben lassen. Typischerweise geschieht dies bei der Stellung von Darlehen. Dies kann z.B. eine Grundschuld oder Hypothek auf ein Grundstück sein. Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass man eine erstrangige Sicherheit hat. Steht vor einem noch eine Bank oder ein Dritter im Grundbuch, erhält man meist nichts mehr. Außerdem ist diese Möglichkeit wenig praktikabel, da eine solche Sicherheit über einen Notar eingetragen werden muss, dies zeitaufwendig ist und zudem Geld kostet. Außerdem muss der Schuldner auch über lastenfreies Eigentum verfügen.

Natürlich gibt es noch andere Wertgegenstände, die zur Sicherung einer Forderung sicherungsübereignet werden können. Bei vielen Sachen besteht aber das Risiko des Verlustes oder zumindest des Wertverlustes, wie z.B. bei Autos. Behält der Schuldner die Gegenstände, ist auf eine ausreichende Versicherung zu achten. Außerdem muss man sich den Auszahlungsanspruch gegen die Versicherung abgetreten lassen.

Die vielleicht beste und einfachste Möglichkeit einer Absicherung ist die Bürgschaft möglichst vieler weiterer Personen. Es ist dabei aber auf deren Kreditwürdigkeit zu achten. Ein Bürge, bei dem ebenfalls nichts zu holen ist, ist natürlich nichts Wert.

  • Lösung: Spezielle Vereinbarungen

Eine kreative und smarte Möglichkeit der Absicherung ist eine Vereinbarung mit einer natürlichen Person oder Personengesellschaft (keine Kapitalgesellschaft wie die GmbH), die zusätzlich eine weitere Forderung in Höhe der ursprünglichen Forderung enthält, die jedoch durch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bedingt ist.

Das Problem einer Insolvenz ist, dass damit die eigene Forderung untergeht. Bei natürlichen Personen werden im Rahmen einer Restschuldbefreiung aber nur die Forderungen erfasst, die vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden waren. Macht der Schuldner nach Eröffnung der Insolvenz neue Schulden, können diese weiterhin gefordert werden und gehen nicht unter. Da es nicht zulässig ist, ein zweites Mal eine Restschuldbefreiung zu erhalten, bleibt die Forderung bei entsprechender Titulierung praktisch ewig bestehen.

Durch die Aufnahme spezieller Bedingungen in eine Vereinbarung ist sichergestellt, dass eine Forderung in gleicher Höhe wie die ursprüngliche Forderung genau nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens neu entsteht und damit nicht von der Insolvenz erfasst wird. Auf diese Weise kann man sich gegen jede Insolvenz absichern. Es sollten also in jeden Vertrag solch spezielle Bedingungen aufgenommen werden. Selbst die Aufnahme in Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) ist denkbar.

Bei Fragen zur Sicherung von Forderungen gegen Insolvenz, zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren.

Ihr Rechtsanwalt Florian Schuh

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Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh

Florian N. Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwälten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den Tätigkeitsschwerpunkten Handels-, Gesellschafts- und Unternehmensrecht sowie Schutzrechte. KONTAKT Tel.: 069 95 92 91 90 Mail: schuh@recht-hilfreich.de RA Schuh bei LinkedIN

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