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Untreue | GeschĂ€ftsfĂŒhrer in Haft: Das Beispiel NKD und die latente Haftungsgefahr der Chefs

Nach Pressemeldungen soll der Textildiscounter NKD wohl kurz vor der Pleite gestanden und hĂ€nderingend einen KĂ€ufer gesucht haben. In den Unternehmensmitteilungen heißt es:

Die NKD Vertriebs GmbH (NKD), einer der fĂŒhrenden deutschen Textildiscounter, soll nach einer Phase der Restrukturierung und Neupositionierung einen neuen EigentĂŒmer finden.

Die Familie Daun plant eine Konsolidierung der unternehmerischen AktivitĂ€ten und wird sich aus der NKD zurĂŒckziehen. Es soll ein KĂ€ufer gefunden werden, der die NKD-Gruppe als Ganzes ĂŒbernimmt und erfolgreich in die Zukunft fĂŒhrt.

Nun wurde allerdings ein ehemaliger GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Textildiscounters verhaftet. Es soll um Untreue in Millionenhöhe gehen. Die Staatsanwaltschaft Hof mit Schwerpunkt WirtschaftskriminalitĂ€t ermittelt und hat diverse RĂ€umlichkeiten durchsucht. Bei Durchsuchungen in der NKD-Unternehmenszentrale in Bindlach sowie in Privatwohnungen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

“‘Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen geht es im Wesentlichen um die Veruntreuung von 3,7 Millionen Euro zum Nachteil der NKD’, steht in der Mitteilung.”

Die erste Bilanz 2012 soll falsch gewesen sein:

Ein Verlust von 40 bis 60 Millionen Euro sei nicht ausgewiesen worden, was Insider auch auf fragwĂŒrdige Finanztransaktionen zurĂŒckfĂŒhren. So sollen etwa Gelder ĂŒber Hongkong und die Schweiz nach Zypern abgeflossen sein.

UnabhĂ€ngig von den erhobenen StrafvorwĂŒrfen treffen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten und Fehler in Unternehmen auch und immer die Chefetage, sei es Vorstand oder GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Wenn sogar strafrechtliche VorwĂŒrfe im Raum stehen, droht der FĂŒhrungsriege einer Firma zugleich ein privates Dilemma: Bei Straftaten folgt eine zivilrechtliche Haftung, die nicht durch ein Privatinsolvenzverfahren beseitigt werden kann und bei denen andere, nĂ€mlich niedrigere, PfĂ€ndungsfreibetrĂ€ge gelten. Strafverfahren sind also automatisch hoch riskante Haftungsrisiken fĂŒr die Firmenleitung.

Neben AnsprĂŒchen aus Delikt ziehen auch viele andere zivilrechtliche Anspruchsgrundlagen neben der Haftung des Unternehmens auch immer eine private Haftung der GeschĂ€ftsfĂŒhrung nach sich. Hierzu zĂ€hlen etwa:

  • Umwelthaftung
  • Produkthaftung
  • wettbewerbsrechtliche Abmahnung
  • KartellverstĂ¶ĂŸe
  • Deliktsrecht
  • Verletzung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns
  • GerĂ€tesicherheit
  • Produktsicherheit
  • Lebensmittel- / BedarfsgegenstĂ€nde
  • Schutzrechte
  • Markenrechte
  • Patente
  • Gebrauchsmuster
  • Geschmacksmuster
  • usw.

Sie sehen, gleich welcher Unternehmensbereich berĂŒhrt wird, die Chefetage ist mehr oder minder mit in der Haftung.

Wir helfen Ihnen, Vorsorge zu betreiben, damit Sie nicht in die Haft oder Haftung geraten. Wir schĂŒtzen Ihr Vermögen. Rufen Sie uns an.

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Von

Rechtsanwalt Uwe Martens

Uwe Martens ist Rechtsanwalt bei elixir rechtsanwÀlte | martens & partner, Frankfurt am Main. Er ist besonders in den Bereichen Wirtschafts- / Unternehmensrecht, Inkasso / Inkasso-Abwehr und Recht der freien Berufe tÀtig.

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