Erfahrungen & Bewertungen zu elixir rechtsanwälte Treuhand als Gesellschafter - Die unsichtbare Beteiligung

Treuhand als Gesellschafter

Über eine Treuhand ist es möglich, Personen an Gesellschaften zu beteiligen, ohne dass diese nach außen in Erscheinung treten. Der mit der Treuhand beauftragte, wird TreuhĂ€nder genannt. Dieser TreuhĂ€nder ist unmittelbar an der Gesellschaft beteiligt, hĂ€lt jedoch den Anteil fĂŒr einen Dritten lediglich treuhĂ€nderisch. Über das Einsetzen eines solchen „Strohmanns“ können die wahren Beteiligten von GmbHs, AGs oder beispielsweise GmbH & Co. KGs verdeckt werden. Konkurrenten, GlĂ€ubiger und andere Dritte erhalten keine Kenntnis von den tatsĂ€chlichen Gesellschaftern.

Über die öffentliche Gesellschafterliste von Gesellschaften (z.B. ĂŒber den Handelsregisterauszug) kann jeder einsehen, wer Gesellschafter einer Gesellschaft ist. Eine Treuhand wird hier allerdings nicht aufgezeigt. Diese muss auch nicht im Handelsregister eingetragen werden. Möchten Sie also nicht selbst als Beteiligter in Erscheinung treten, bietet sich ein Treuhandvertrag an. Allerdings können TreuhandgeschĂ€fte ĂŒber eine Beteiligung von mehr als 25 % eine Eintragung im Transparenzregister erfordern (seit Oktober 2017). Das Transparenzregister ist allerdings – im Gegensatz zum Handelsregister oder Unternehmensregister – nicht von jedem einsehbar. Auch hier gibt es aber Konstruktionen, die nicht eingetragen werden mĂŒssen.

Treuhand

Es gibt viele GrĂŒnde, warum eine Beteiligung an einem Unternehmen nicht öffentlich sichtbar sein soll. Es kann auf diese Weise z.B. ein Wettbewerbsverbot umgangen werden. Gesetzliche oder vertragliche TĂ€tigkeitsverbote fĂŒr Gesellschafter oder GeschĂ€ftsfĂŒhrer können so ebenfalls umgangen werden. Auch die Folgen eines Ausschlusses eines Gesellschafters können ĂŒber solche Konstruktionen vermindert werden. Oftmals werde ich auch gefragt, ob ĂŒber eine Treuhand GlĂ€ubiger vom Gewinn der Gesellschaft ausgeschlossen werden können. GrundsĂ€tzlich ist das nur schwer möglich, da der Schuldner im Rahmen einer Vermögensauskunft (frĂŒher eidesstattliche Versicherung) auch Einnahmen ĂŒber ein TreuhandverhĂ€ltnis offenlegen muss. Tut er dies nicht und wird das TreuhandverhĂ€ltnis entdeckt, besteht die Gefahr einer Strafbarkeit fĂŒr beide Seiten. Wird mit einer Treuhandkonstruktion versucht, eine Zwangsvollstreckung zu vereiteln oder wird versucht, GlĂ€ubiger zu benachteiligen, drohen empfindliche Strafen. Hier ist also Vorsicht geboten.

Sollten Sie eine Treuhand zur Vermögenssicherung in Betracht ziehen, empfehle ich Ihnen eine eingehende Beratung. Zu diesem Zweck gibt es wesentlich bessere Konstruktionen, bei denen der Gesellschafteranteil vor dem Zugriff von GlÀubigern wirklich sicher ist und bei denen Sie sich nicht der Gefahr einer Strafbarkeit aussetzen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...
Share Button

Von

Florian N. Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwÀlten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den TÀtigkeitsschwerpunkten Handels-, Gesellschafts- und Unternehmensrecht sowie Schutzrechte. KONTAKT Tel.: 069 95 92 91 90 Mail: schuh@recht-hilfreich.de

Derzeit keine Kommentare.

Hinterlassen Sie einen Kommentar (wird hier mit dem von Ihnen angegebenen Namen ohne eMail-Adresse veröffentlicht)

Kommentar

ANTI-SPAM-FRAGE: