Erfahrungen & Bewertungen zu elixir rechtsanwälte Wer darf eine Schufa-Eintragung veranlassen oder eine Auskunft bekommen? Inkasso?

Wer darf eine Schufa-Eintragung veranlassen oder eine Auskunft bekommen? Inkasso?

Schufa Inkasso

Die Schufa sammelt Informationen von mehreren Tausend Vertragspartnern. Das sind meist Banken, Sparkassen, Kreditkarten-Organisationen, Bausparkassen, Versicherungen, Einzel- und VersandhĂ€ndler, Telefongesellschaften, Energieversorger und manche Immobiliengesellschaften. Aber auch Informationen aus öffentlichen Quellen nutzt die Schufa. Die Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte werden ĂŒbernommen. Wer einen Insolvenzantrag gestellt oder eine Vermögensauskunft (frĂŒher: eidesstattliche Versicherung) abgegeben hat, erhĂ€lt einen negativen Schufa-Eintrag. Aber dĂŒrfen auch InkassobĂŒros Schufa-EintrĂ€ge veranlassen?

Oft werden vermeindliche Schulder von InkassobĂŒros darauf hingewiesen, dass bei ausbleibender Zahlung ein Schufa-Eintrag droht. Hierzu findet sich in vielen Inkassoschreiben der Hinweis:

Hinweis gem. § 28a Abs. 1 Nr. 4c BDSG: Wir weisen darauf hin, dass wir Daten ĂŒber die nicht vertragsgemĂ€ĂŸe Abwicklung von fĂ€lligen Forderungen aus VertragsverhĂ€ltnissen an die SCHUFA Holding AG, Kormoranweg 5, 65201 Wiesbaden ĂŒbermitteln, soweit der Betroffene die Forderung nicht bestritten hat, die vorgenannte Forderung nicht ausgeglichen wird und die Weitergabe der Daten zur Wahrung unserer berechtigten Interessen oder eines Dritten erforderlich ist.

Es dĂŒrfen jedoch nur die Vertragspartner der Schufa Anfragen bei der Gesellschaft stellen bzw. Ihre Daten an die Schufa ĂŒbermitteln. Viele InkassobĂŒros (insbesondere die fĂŒr Abzocke bekannten Kandidaten) sind jedoch gar kein Vertragspartner der Schufa.
Die o.g. Vorschrift enthĂ€lt ĂŒbrigens noch mehr Voraussetzungen:

(1) Die Übermittlung personenbezogener Daten ĂŒber eine Forderung an Auskunfteien ist nur zulĂ€ssig, soweit die geschuldete Leistung trotz FĂ€lligkeit nicht erbracht worden ist, die Übermittlung zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle oder eines Dritten erforderlich ist und

1. die Forderung durch ein rechtskrĂ€ftiges oder fĂŒr vorlĂ€ufig vollstreckbar erklĂ€rtes Urteil festgestellt worden ist oder ein Schuldtitel nach § 794 der Zivilprozessordnung vorliegt,
2. die Forderung nach § 178 der Insolvenzordnung festgestellt und nicht vom Schuldner im PrĂŒfungstermin bestritten worden ist,
3. der Betroffene die Forderung ausdrĂŒcklich anerkannt hat,
4. a) der Betroffene nach Eintritt der FĂ€lligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden ist,
b) zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen,
c) die verantwortliche Stelle den Betroffenen rechtzeitig vor der Übermittlung der Angaben, jedoch frĂŒhestens bei der ersten Mahnung ĂŒber die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat und
d) der Betroffene die Forderung nicht bestritten hat oder
5. das der Forderung zugrunde liegende VertragsverhĂ€ltnis aufgrund von ZahlungsrĂŒckstĂ€nden fristlos gekĂŒndigt werden kann und die verantwortliche Stelle den Betroffenen ĂŒber die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat.

Haben Sie daher keine Angst vor dieser leeren Drohung. Selbst wenn das InkassobĂŒro tatsĂ€chlich Vertragspartner der Schufa wĂ€re, genĂŒgt ein schlichtes Bestreiten der Forderung und schon darf keine Eintragung mehr erfolgen. Achten Sie beim Bestreiten immer auf einen Zugangsnachweis (Einwurf-Einschreiben). Sollte ein Eintrag dennoch passieren, reicht ein Anwaltsschreiben an die Schufa um den Eintrag zu entfernen.

Wer eine Schufa-Eigenauskunft z.B. fĂŒr den Vermieter benötigt, sollte eine schlichte Verbraucherauskunft anfordern. Diese enthĂ€lt entgegen der frĂŒher ĂŒblichen Eigenauskunft nicht alle bei der Schufa gespeicherten Daten, sondern nur die wirklich notwendigen Informationen, z.B. dass keine offenen Forderungen bestehen.

Wielange bleiben Daten bei der Schufa gespeichert?
Die Angaben zu Konten und Kreditkarten werden sofort nach deren Auflösung gelöscht. Ein Jahr lang können die Anfragen von Vertragspartnern oder etwaige EigenauskĂŒnfte eingesehen werden. Ein Kredit wird erst drei Jahre nach der vollstĂ€ndigen RĂŒckzahlung gelöscht. Ebenso verspĂ€tete Ratenzahlungen, Mahnbescheide, Zwangsvollstreckungen und VermögensauskĂŒnfte. Auch eine Insolvenz bleibt fĂŒr drei Jahre bei der Schufa sichtbar. Sog. Scoring-Daten werden nicht gelöscht aber laufend aktualisiert.

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Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh

Florian N. Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwÀlten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den TÀtigkeitsschwerpunkten Handels-, Gesellschafts- und Unternehmensrecht sowie Schutzrechte. KONTAKT Tel.: 069 95 92 91 90 Mail: schuh@recht-hilfreich.de

1 Kommentar zu: “Wer darf eine Schufa-Eintragung veranlassen oder eine Auskunft bekommen? Inkasso?”

  1. Avatar Carmen Schönfelder sagt:

    Wie verhÀlt es sich aber, wenn ein Mieter schon seit 4 Monaten keine Miete zahlt?

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