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Muss man einen schriftlichen Arbeitsvertrag haben?

Immer wieder werde ich von Mandanten angesprochen und gefragt, ob man mit Arbeitnehmern einen schriftlichen Arbeitsvertrag machen muss. Offenbar scheuen manche die Arbeit, einen Arbeitsvertrag erstellen zu lassen oder sind mit den vielen verschiedenen Mustern aus dem Internet √ľberfordert.

Grunds√§tzlich gibt es keine bestimmte Form, in welcher Vertr√§ge abgeschlossen werden m√ľssen. Ich kann fast jeden Vertrag m√ľndlich oder auch nur auf einem Bierdeckel niedergeschrieben abschlie√üen. Egal ob pers√∂nlich, per Mail oder am Telefon. Nur f√ľr wenige Vertr√§ge gibt es eine vorgeschriebene Form. Der bekannteste ist sicherlich der Kaufvertrag √ľber ein Grundst√ľck. Dieser muss zwingend vom Notar beglaubigt werden. Andernfalls ist er schlicht unwirksam. F√ľr Arbeitsvertr√§ge gibt es aber keine derartigen Regelungen.

Aber: es kann große Nachteile haben, wenn man keinen Arbeitsvertrag mit Mitarbeitern abgeschlossen hat.

Wenig bekannt ist das sogenannte Nachweisgesetz (NachwG). Dieses verpflichtet zwar nicht, einen schriftlichen Arbeitsvertrag zu schließen, jedoch ist der Arbeitgeber verpflichtet, spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen. Da kann man auch gleich einen richtigen Arbeitsvertrag machen.

Dabei sind folgende Punkte mindestens aufzunehmen:

  • der Name und die Anschrift der Vertragsparteien,
  • der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverh√§ltnisses,
  • bei befristeten Arbeitsverh√§ltnissen: die vorhersehbare Dauer des Arbeitsverh√§ltnisses,
  • der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort t√§tig sein soll, ein Hinweis darauf, da√ü der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten besch√§ftigt werden kann,
  • eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden T√§tigkeit,
  • die Zusammensetzung und die H√∂he des Arbeitsentgelts einschlie√ülich der Zuschl√§ge, der Zulagen, Pr√§mien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts und deren F√§lligkeit,
  • die vereinbarte Arbeitszeit,
  • die Dauer des j√§hrlichen Erholungsurlaubs,
  • die Fristen f√ľr die K√ľndigung des Arbeitsverh√§ltnisses,
  • ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifvertr√§ge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverh√§ltnis anzuwenden sind.

Sonderregelungen gelten f√ľr Praktikanten und Arbeitnehmer, die l√§nger als einen Monat im Ausland besch√§ftigt werden.

Die folgen des Fehlens eines solchen Nachweises k√∂nnen durchaus dramatisch sein. Im Falle einer Klage des Arbeitnehmers (z.B. K√ľndigungsschutzklage) muss der Arbeitgeber alles beweisen, was normalerweise im Arbeitsvertrag stehen w√ľrde. Dies gilt z.B. auch f√ľr Arbeits-, Urlaubszeiten und das Gehalt. Kann der Nachweis nicht erbracht werden, geht dies allein zu Lasten des Arbeitgebers. Zudem kann der Arbeitnehmer jederzeit den Nachweis nach dem NachwG fordern und dies auch gerichtlich geltend machen, was die Anwalts- und Gerichtskosten unn√∂tig erh√∂ht.

Haben Sie Fragen zum Arbeitsvertrag und zum notwendigen Inhalt? Kontaktieren Sie mich!

Ihr Rechtsanwalt Florian Schuh

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Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh

Florian N. Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwälten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den Tätigkeitsschwerpunkten Handels-, Gesellschafts- und Unternehmensrecht sowie Schutzrechte. KONTAKT Tel.: 069 95 92 91 90 Mail: schuh@recht-hilfreich.de

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