Schutz der Schaffenskraft ist Teil der Zukunftssicherung und Vermögensvorsorge

Entgegen landläufiger Ansicht bestehen die wertvollsten Vermögensgüter nicht aus materiellen Werten, nicht aus einem gut gefüllten Bankkonto oder einer Batterie an Immobilien oder Aktien, sondern liegen in der jeweiligen Person, in dessen Ideenreichtum, Kreativität, Tatendrang und Schaffenskraft, verborgen.

Das Erwerbs- oder Arbeitseinkommen stellt in den allermeisten Fällen das eigentliche finanzielle Rückgrat eines jeden einzelnen und seiner Familie dar.

Trotzdem handeln die meisten Betroffenen widersinnig. Anstatt in Gesundheitsvorsorge und Absicherung der Schaffenskraft zu investieren, werden Kredite aufgenommen und Sachwerte, meist Immobilien, gekauft. Das ist bei näherer Betrachtung kaum sinnvoll, erst recht nicht, wenn eine Eurokrise am Horizont vermutet wird.

In der überwiegenden Anzahl der Fälle verteilen sich die Erwerbseinkommen entweder auf Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit z. B. als Unternehmer bzw. als Freiberufler oder auf Lohneinkünfte aus angestellter Tätigkeit. Andere Einkunftsarten wollen wir einmal aus Vereinfachungsgründen ausblenden. Beide Einkunftsarten (selbständig, angestellt) werden selten durch die Erwerbstätigen hinreichend abgesichert.

Viele begnügen sich in ihren Bemühungen mit dem Abschluß von bestimmten Versicherungen, seien es Berufsunfähigkeits-, Unfall- oder etwa Krankentagegeldversicherung. Eine typisch deutsche Mentalität: Ich habe eine Versicherung, also kann mir nichts passieren. Doch wer in die Details der Versicherungspolicen einsteigt, wird feststellen, daß eine enorme Bandbreite an beruflichen (Lebens-) Risiken gar nicht abgedeckt werden.

Trotzdem wird geradezu blauäugig darauf vertraut, daß selbst in einer möglichen Wirtschaftskrise der Arbeitsplatz erhalten bleibt, zumindest aber schnell eine vergleichbar gut dotierte Position wieder gefunden wird, oder die Auftragslage in der eigenen Selbständigkeit nicht so verheerend einbricht. Das sind Trugschlüsse wie die Erfahrungen aus der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre oder der Finanzkrise mit Beginn 2007 zeigen.

Eine verantwortungsvolle Zukunftsplanung und Vermögensvorsorge fokussiert sich daher anfangs auf den dauerhaften Erhalt und die mögliche Steigerung der eigenen Einkünfte. Erst danach gewinnen Fragen der Vermögensabsicherung, der richtigen Geldanlage oder des asset protections an Bedeutung.

Gesundheitsschutz

Wer krank ist, dessen Schaffenskraft läßt nolens volens nach. Also bleibt schon aus Eigeninteresse quasi die „Pflicht zur Gesunderhaltung“. Jeder Selbständige, gerade jeder Freiberufler, weiß: Fällt er selbst aus, brechen in der Regel die Umsätze ein. Nicht anders verhält es sich langfristig bei Angestellten. Arbeitgeber beobachten sehr wohl den Krankenstand und die jeweiligen Kanditaten in der Firma. Zu der Frage der Gesunderhaltung zählen gerade die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ebenso wie die Frage der richtigen Versicherungen (GKV, PKV, Zusatzversicherungen usw.), mit denen sich Betroffene intensiv auseinandersetzen müssen.

Bitte bedenken Sie, daß jede Zukunftsplanung völlige Unwägbarkeiten enthält. Zukunft ist nicht voraussehbar und daher schwer planbar. Unerwartete Zwischenfälle können jeden guten Plan über den Haufen werfen. Stellen Sie ruhig Kostenpositionen für Präventionsmedizin in Ihr Vermögensschutzkonzept ein.

Angestelltenschutz

Pauschale Konzepte zum Schutz der eignen Angestelltentätigkeit verbieten sich. Sie müssen individuell ausgearbeitet werden. Zu unterschiedlich sind die einzelnen Lebensläufe. Trotzdem helfen ein paar Gedanken, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

  • Welchen permanenten Belastungen ist das Arbeitseinkommen ausgesetzt? Sind Entlastungen praktizierbar?
  • Wie ist der aktuelle Versicherungsschutz für den/die Betroffene/n? Und von der Familie?
  • Welche arbeitsrechtlichen Absicherungsmöglichkeiten (Stichwort: präventiver Kündigungsschutz – etwa von Behindertenschutz über Schwangerenprivileg bis hin zu Betriebsratposition) bestehen und sind planbar? Wie kann frühzeitig Rechtsschutz organisiert werden?
  • Welche ergänzenden Einkünfte sind denkbar (durch andere Familienmitglieder, durch zusätzliche Existenzgründung, durch Aufbau von Kapitaleinkünften oder Einkünften aus Vermietung & Verpachtung etc.)?
  • Wie lange ist eine finanzielle Versorgung von einem selbst und / oder der Familie im Falle eines Arbeitsplatzverlustes in welcher Höhe abgesichert?
  • Worin können

Selbständigkeitsschutz

Leichter als die Absicherung eines Angestelltenverhältnisses fällt die Absicherung einer Firma, einer Selbständigkeit oder eines wie auch immer gearteten Unternehmerdaseins. Hier kann der Betroffene selbst gestaltend Hand anlegen und die eigenen Wege bestimmen. In vielen Facetten lassen sich diverse Gestaltungsformen umsetzen. Sie reichen von der Rechtsformwahl über das Versicherungswesen bis hin zu Vertragsausfertigungen und sonstigen Gestaltungen in allerlei Rechtsdisziplinen (von Arbeits- über Wettbewerbs- bis hin zu Zwangsvollstreckungsrecht). Den bunten Strauß an Möglichkeiten hier auszubreiten, dürften den hiesigen Rahmen sprengen. Darüber hinaus greifen nun Konzepte der Vermögensabsicherung und des asset protections voll durch.

RESÜMEE:
Bevor Sie in Sachwerte / Immobilien investieren, sollten Sie Ihre Schaffenskraft und Ihre Einkünfte absichern.

Bedenken Sie: Kredite können Sie nur zurückführen, wenn Sie Ihre Einkünfte erhalten. Schon das kann ein individueller Beitrag zum Verhindern einer Immobilienblase sein.

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Von

Uwe Martens ist Rechtsanwalt bei elixir rechtsanwälte | martens & partner, Frankfurt am Main. Er ist besonders in den Bereichen Wirtschafts- / Unternehmensrecht, Inkasso / Inkasso-Abwehr und Recht der freien Berufe (insb. Arztrecht) tätig.
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