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Geld verliehen ohne Vertrag

Wer jemandem privat Geld leihen möchte, sollte einen schriftlichen Darlehensvertrag abschließen. Oftmals ist das aber nicht der Fall und man hat einem guten Freund oder Familienmitglied das Geld so und ohne Vertrag gegeben. Die Rückzahlung wurde versprochen.

Reicht das?

Grundsätzlich ja. Ein Darlehensvertrag bedarf keiner bestimmten Form. D.h. ein solcher Vertrag kann schriftlich auf Papier mit Unterschrift beider Parteien geschlossen werden, aber eben auch in jeder anderen Form. Z.B. mündlich, per Mail, per Whatsapp oder anderen Messengern.

Es ist natürlich von Vorteil, wenn es wenigstens irgendetwas Geschriebenes gibt. Das Bestehen eines Darlehensvertrages muss man nämlich beweisen. Im Fall einer rein mündlichen Abrede, bedarf es dann zumindest eines Zeugen oder anderer Anhaltspunkte für ein Darlehen. D.h. es muss sich irgendwie für einen Dritten (dem Richter) ergeben, dass das Geld zum einen übergeben wurde und zum anderen vereinbart war, dass es zurückbezahlt werden muss.

Wurde das Geld überwiesen, findet sich vielleicht im angegebenen Verwendungszweck der Überweisung ein Anhaltspunkt. Wurden dort Worte wie “geliehen”, “Kredit”, “Darlehen”, “zurück zu bezahlen bis” oder ähnliches gewählt, stehen die Chancen nicht schlecht.

Je mehr Indizien es dafür gibt, dass das Geld geliehen und nicht geschenkt war, umso besser. Gibt es vielleicht vor der Übergabe des Geldes eine Anfrage des Schuldners per Mail oder Handy: “Kannst Du mir was leihen?”. Bei Freunden, Bekannten, Nachbarn oder Fremden, ist es etwas einfacher als bei Familienmitgliedern. Bei diesen gilt eine Vermutung, dass das Geld geschenkt wurden. Diese kann man zwar entkräften, dies ist aber aufwendiger, als bei Nicht-Familienmitgliedern.

Man braucht keinen schriftlichen Darlehensvertrag

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass man keinen schriftlichen Vertrag benötigt, um sein Geld zurückzuerhalten. Im Einzelfall können die Erfolgsaussichten höher sein, wenn es Schriftliches gibt oder Zeugen vorhanden sind. Aber auch ohne Vertrag kann man erfolgreich an sein Geld kommen.

Bei Nicht-Familienmitgliedern bestehen auch Chancen, wenn überhaupt nicht bewiesen werden kann, dass eine Rückzahlung vereinbart war. Ist kein Grund für eine Zahlung erkennbar und kann auch der Empfänger des Geldes keinen anderen Grund darlegen, dann handelt es sich um eine Zahlung ohne Rechtsgrund. Auch diese kann zurückgefordert werden. Die Juristen nennen dies einen Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung (§ 812 BGB).

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Ihr Rechtsanwalt Florian N. Schuh
schuh@recht-hilfreich.de

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Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh

Autor: Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh

Florian N. Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwälten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den Tätigkeitsschwerpunkten Handels-, Gesellschafts- und Unternehmensrecht sowie Schutzrechte. KONTAKT Tel.: 069 95 92 91 90 Mail: schuh@recht-hilfreich.de RA Schuh bei LinkedIN

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