Die normative Kraft des Faktischen: Ohne Gericht verbannt der WWF kritisches Buch aus Buchhandel

Wer keinen Erfolg mit juristischen Mitteln oder mit Gerichtsverfahren hat, bedient sich erfahrungsgemäß anderer Vorgehensweisen. Üblicherweise zählen hierzu PR- und Medienkampagnen. Ungewöhnlich ist jedoch ein anderes Vorgehen, daß der WWF zur Zeit an den Tag legt. Er möchte ein kritisches Buch mit dem Titel „Schwarzbuch WWF“, das direkt beim Verlag bezogen werden kann, aus dem Verkauf verbannen. Der Autor Wilfried Huismann beschreibt die aktuelle Situation wie folgt:

Der WWF versucht zur Zeit, eine einstweilige Verfügung gegen das Buch zu erwirken – bislang erfolglos. Das Gericht hat beschlossen, keine einstweilige Verfügung ohne mündliche Verhandlung zu erlassen. Buchketten und Vertriebe wie Amazon und Thalia haben dem Druck des WWF trotzdem nachgegeben und den Vertrieb vorläufig eingestellt. Wie er bereits angekündigt hat, versucht der WWF ‚mit allen Mitteln‘ eine öffentliche und kritische Diskussion seiner Politik zu verhindern. Das Buch ist noch bei einer Reihe von Buchhandlungen vorrätig und beim Verlag kann man es direkt bestellen.

Da muß sich Justitia aber kräftig die Augen unter ihrer Binde reiben. Verlage, Buchketten, Internetplattformen und Versandhändler sabotieren die freie Meinungsäußerung und boykottieren den Verkauf eines kritischen Buches? Rein vorsorglich haben wir einmal geschaut, ob auch der Film „Der Pakt mit dem Panda – Die Schattenseiten des WWF“ (Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt) schon bei Youtube verbannt wurde: Nein, er ist noch abzurufen und wirklich sehenswert. Das Greenpeace-Magazin berichtet:

Der WWF Deutschland hatte bereits vor der Erstausstrahlung sechs Unterlassungsverfügungen gegen eine vorab veröffentlichte Pressemitteilung zum Film eingereicht.

Die dagegen vom WWF vorgetragenen Richtigstellungen konnten bisher kein Gericht überzeugen und führten sogar zu einem lesenswerten Internetbeitrag  unter dem Domain ende-der-maerchenstunde.de.

Umso erstaunlicher ist, daß sich große Konzerne rein vorsorglich von dem kritischen Buch distanzieren und dessen Vertrieb / Verkauf einstellen. Wer kein Recht hat, hat anscheinend Macht. Jetzt muß der Verbraucher daran denken: Zusammen mit anderen hat die Masse Recht. Masse vor Klasse. Das ist das Recht der Demokratie. Packen Sie es an! Vernetzen Sie sich und machen Sie sich für Ihre Überzeugungen stark!

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Uwe Martens ist Rechtsanwalt bei elixir rechtsanwälte | martens & partner, Frankfurt am Main. Er ist besonders in den Bereichen Wirtschafts- / Unternehmensrecht, Inkasso / Inkasso-Abwehr und Recht der freien Berufe (insb. Arztrecht) tätig. Weitere Infos auch bei
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