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Wann verjährt ein privates Darlehen?

Wenn Sie jemandem Geld geliehen haben, sollten Sie unbedingt sicherstellen, dass Ihr Rückzahlungsanspruch nicht verjährt. Grundsätzlich unterliegen alle Forderungen der Verjährung. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Darlehen werden in der Regel für einen längeren oder sogar unbestimmten Zeitraum vergeben. Oftmals lautet die Vereinbarung auch einfach: “Gib mir das Geld zurück, sobald Du kannst.” Juristisch ist diese Aussage schwer zu greifen. Es ist kaum bestimmbar, wann jemand Geld zurückzahlen “kann”. Im Zweifel wird man das Darlehen in diesen Fällen aber jederzeit kündigen können.

In anderen Fällen gibt es ein bestimmtes Datum, an dem das Geld zurückfließen soll. Oder es wurde vereinbart, dass das Geld in regelmäßigen Raten zu bestimmten Daten (z.B. zum 1. des Monats) zurückzuzahlen ist.

Bei Darlehen ist immer zu prüfen, wann die Verjährung zu laufen beginnt. Denn dies ist erst dann der Fall, wenn das Darlehen auch fällig ist. Dabei beginnt die Verjährungsfrist von drei Jahren immer am 31.12. des Jahres, indem die Rückzahlung fällig ist.

Fällig wird das Darlehen auch mit der Kündigung. Haben Sie kein konkretes Datum für die Rückzahlung oder eine Ratenzahlung vereinbart, dann müssen Sie das Darlehen kündigen. Solange das Darlehen noch läuft, kann es nicht zurückgefordert werden, unterliegt dann aber auch nicht der Verjährung. Zinsen können aber schon vorher fällig werden und unterliegen dann einer anderen Verjährung als das Darlehen.

Aber Vorsicht: Eine Kündigung kann auch ungewollt und vor allem unbemerkt passieren. Viele Darlehensnehmer neigen dazu, den Darlehensgeber hinzuhalten, wenn es um die Rückzahlung geht. Haben Sie den Darlehensnehmer aber auf das Darlehen angesprochen und um Zahlung gebeten, handelt es sich dabei bereits um eine Kündigung und die Verjährung beginnt zu laufen!

Vorsicht ist auch bei einer im Darlehensvertrag vereinbarten Ratenzahlung geboten. Das Darlehen als Ganzes unterliegt dann zwar nicht der Verjährung, da es ja nicht komplett fällig ist. Das gilt aber nicht für die einzelnen Raten.

Natürlich kann man eine Verjährung aktiv verhindern. Dies geht z.B., wenn Sie die Darlehenssumme innerhalb der Verjährungsfrist einklagen. Schneller und kostengünstiger ist es, wenn Sie sich vom Darlehensnehmer ein notarielles Schuldanerkenntnis geben lassen. In beiden Fällen bekommen Sie einen sog. Titel. Dieser verjährt dann frühestens nach 30 Jahren. Oder Sie vereinbaren einen sog. Verjährungsverzicht.

Bei Fragen zur Rückforderung von privaten Darlehen können Sie mich gerne kontaktieren.

Ihr Rechtsanwalt Florian Schuh
schuh@recht-hilfreich.de

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Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh

Autor: Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh

Florian N. Schuh ist Rechtsanwalt und Partner bei den elixir rechtsanwälten | martens & partner, Frankfurt am Main, mit den Tätigkeitsschwerpunkten Handels-, Gesellschafts- und Unternehmensrecht sowie Schutzrechte. KONTAKT Tel.: 069 95 92 91 90 Mail: schuh@recht-hilfreich.de RA Schuh bei LinkedIN

15 Replies to “Wann verjährt ein privates Darlehen?”

  1. Avatar
    Robert says: 5. März 2020 at 10:10

    Guten Tag,
    ich habe eine Frage in einem konkreten Fall:
    Darlehensvertrag, zinslos, zwischen Stiefvater und Stiefsohn, Abschluss 01.02.2009, vereinbart wurden monatliche Rückzahlungen ab 01.01.2011. Es erfolgten keine Ratenzahlungen bis dato und diese wurden auch nicht angemahnt. Ist hier die dreijährige Verjährung für jede einzelne Rate eingetreten?
    Vielen Dank

    1. Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh
      Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh says: 5. März 2020 at 10:50

      Guten Tag, vorbehaltlich einer Prüfung des Vertrages, wird das wahrscheinlich so sein. Sind Raten zu einem festen Zeitpunkt vereinbart, dann läuft die Verjährungsfrist für jede Rate einzeln. Diese beginnt mit dem 31.12. des Jahres der Fälligkeit und endet zum 31.12. drei Jahre später. Nur wenn also noch Raten in 2017 fällig waren, würde diese alle zusammen erst zum 31.12.2020 verjähren. Raten aus 2016 und davor sind schon verjährt, soweit kein verjähungshemmendes Ereignis eingetreten ist oder ein Ereignis die Verjährung später hat von neuem beginnen lassen.

  2. Avatar
    Robert says: 5. März 2020 at 12:21

    Vielen Dank für Ihre Rückantwort.
    Im konkreten Fall war die Darlehenssumme € 30.000,00, mit einer Ratenzahlung von monatlich € 500,00 ab 01.01.2011 vereinbart. Es erfolgten keine Ratenzahlungen und auch keine Anmahnung dieser. Es müssten insgesamt 60 Raten sein, Raten Ende 01.12.2015. Wenn ich es nun richtig verstehe unterliegt das Darlehen als ganzes nicht der Verjährung, da es ja nicht komplett fällig ist, aber die einzelnen Raten.
    Vielen Dank

    1. Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh
      Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh says: 9. März 2020 at 13:41

      Ja, das ist richtig. Es verjähren dann nur die einzelnen Raten und nicht das gesamte Darlehen.

  3. Avatar
    Fritz says: 11. März 2020 at 15:21

    Hallo. Eine kurze Frage. Ich habe im Jahr 2016 10.000€ von einem Bekannten und dessen Sohn bekommen, jeweils 5.000€. Ohne Vertrag, Unterschriften und fast alles bis auf eine Überweisung in Bar. Nun die Frage: ich habe bis Dato dem Vater seine 5.000€ zurück bezahlt, nun verlangt er aber das andere Geld von seinem Sohn, der seit fast 3 Jahren verstorben ist. Muss ich dem Vater das Geld zurück bezahlen oder ist das alles schon verjährt?
    Vielen Dank.

    1. Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh
      Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh says: 12. März 2020 at 13:03

      Hallo und vielen Dank für die Frage. Es spricht hier vieles für eine Verjährung. Um das mit Sicherheit sagen zu können, bedarf es einer genaueren Prüfung. Hierzu können Sie sich gerne telefonisch an mich wenden: 069 95 92 91 90. Das Erstgespräch ist kostenfrei.

  4. Avatar
    RWS says: 27. Mai 2020 at 12:14

    Guten Tag,

    ich habe im Jahr 2007/2008 einem guten Freund 10.000€ geliehen. Vereinbart war ein Zins p.a. von 6%. Die ersten beiden Jahre hat er diesen Zins auch gezahlt. Danach bis heute nicht mehr. Das Darlehen hatte keine feste Laufzeit. Es wurde lediglich auf einem Stück Papier mit beiden Unterschriften dokumentiert. (Datum des Abschlusses, Zinsrate pa. und der Betrag i.H.v. 10.000€.)

    Ich habe weiterhin 2-3 mal im Jahr Kontakt zu diesem Freund. Vor ca. 3 Monaten habe ich Ihn mal wieder darauf angesprochen wie wir mit der Rückführung verfahren sollen. Eine konkrete Antwort ergab sich nicht, da er weiterhin Kapitalbedarf hat und zu diesem Zeitpunkt auch nicht liquide war..Vor 2 Tagen habe ich ihn nun angeschrieben, dass ich darüber detailliert sprechen und einen korrekten Vertrag abschliessen will

    Nun meine Fragen:

    – Der Zinsanspruch ist wohl verjährt, zumindest bis zum Jahr 2017
    – Das Darlehen an sich ja nicht, da kein konkretes Rückzahlungsdatum fixiert wurde. Sinngeäss: “Über die Rückzahlung sprechen wir, wenn du wieder liquide bist”

    Er hat sich dazu noch nicht geäussert. Ziel meinerseits ist, einen korrekten privaten Darlehensvertrag abzuschliessen indem auch die (zukünftige) Zinshöhe, die Raten Zins/und Tilgung sowie die Laufzeit etc. festgehalten werden. Grundsätzlich bin ich nach Abschluss dieses Vertrages bereit, weiter das Darlehen zu gewähren. Für eine kurze Antwort zu meinen Fragen wäre ich ihnen dankbar.

    1. Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh
      Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh says: 27. Mai 2020 at 14:12

      Guten Tag und vielen Dank für Ihre Frage! Ja, der Anspruch auf Zinsen unterliegt der dreijährigen Verjährungsfrist. Die Zinsen für das Jahr 2016 waren aber erst am 01.01.2017 fällig, sind daher auch noch nicht verjährt.
      Das Darlehen wird noch nicht verjährt sein. Es muss aber auch nachweisbar gekündigt worden sein. Sonst ist es (noch) nicht fällig.

      Ein neuer Darlehensvertrag macht Sinn. Am besten verbinden Sie dies mit einem notariellen Schuldanerkenntnis. Dann haben Sie für den Fall der ausbleibenden Rückzahlung gleich einen Vollstreckungstitel und sparen sich den Aufwand eines gerichtlichen Vorgehens.

      Gerne helfe ich Ihnen beim weiteren Vorgehen, sodass keine Fehler passieren. Rufen Sie mich an oder schicken Sie mir Ihre Rückrufnummer.

      1. Avatar
        Scheippl says: 27. Mai 2020 at 16:13

        Guten Tag H. Schuh,,
        vielen Dank für die konkreten und schnellen Antworten. Ich kann nur sagen TOP! Ich kontaktiere sie nochmals telefonisch.

  5. Avatar
    A.E. says: 27. Mai 2020 at 19:24

    Hallo, ich habe einen Bekannten in 2016 ein Darlehen iHV 2000€ geliehen, ohne schriftlichen Vertrag, es waren aber mehrere Personen als Zeugen anwesend, es wurde kein Datum für die Rückzahlung vereinbart, er sollte es zahlen sobald er Geld hat, obwohl ich ihn in den letzten Jahren mehrmals aufgefordert habe, hat er es noch zurückgezahlt, ist Verjährung eingetreten?, danke.

    1. Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh
      Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh says: 28. Mai 2020 at 15:01

      Hallo, ein schriftlicher Vertrag ist nicht notwendig. Soweit das Darlehen frühestens 2017 zurückgefordert wurde, war es auch frühestens 2017 fällig. Vor dem 31.12.2020 verjährt es dann nicht. Nur wenn es schon 2016 zurückgefordert wurde, könnte es verjährt sein.

  6. Avatar
    T.T. says: 15. Juni 2020 at 07:31

    Guten Tag,
    habe ein Darlehn (40000Euro) privat vergeben, alles wurde schriftlich festgehalten. Allerdingst wäre die Rückzahlung der gesamten Summe seit nun fast 1,5 Jahren fällig. Meine Frage lautet sollte man über einen Anwalt schriftlich zur Zahlung auffordern?
    Vielen Dank im voraus!

    1. Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh
      Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh says: 15. Juni 2020 at 10:16

      Guten Morgen

      und vielen Dank für Ihre Anfrage über unsere Webseite.

      Gerne können Sie mir den Darlehensvertrag und ggf. Schriftverkehr dazu einmal zusenden. Ich prüfe dann, ob das gesamte Darlehen oder nur einzelne Raten bereits fällig sind und Verzug eingetreten ist. Eventuell muss vorab gekündigt werden. Nur in diesem Fall können die Anwaltskosten als Verzugsschaden direkt mit geltend gemacht werden.

      Nach Durchsicht der Unterlagen können wir gerne telefonieren und das weitere Vorgehen besprechen. Bitte senden Sie mir hierfür auch eine Rückrufnummer. Für diese Erstberatung entstehen Ihnen keinerlei Kosten.

  7. Avatar
    Andreas says: 17. Juni 2020 at 12:57

    Guten Tag, ich habe mit Datum 30.03.2012 ein Darlehen über € 10.000,– erhalten, habe dann ungefähr die Hälfte getilgt. Es waren monatliche Raten in Höhe von € 500,– vereinbart mit einem Zinssatz von 4 % p.a . Der Darlehensgeber ist im April 2015 verstorben und der Erbe hat am 20.07.17 den Erbschein erhalten und fordert jetzt den Restbetrag. Meine Frage, ist die Gesamtforderung verjährt, oder nur in Teilen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

    1. Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh
      Rechtsanwalt Dipl. Jur. Florian N. Schuh says: 18. Juni 2020 at 11:19

      Guten Tag und vielen Dank für Ihre Frage. Für eine verbindliche Beurteilung der Verjährung ist es notwendig, dass Sie mir den Darlehensvertrag nebst ggf. vorhandenem Schriftverkehr dazu zusenden. Es spricht hier viel dafür, dass die Einrede der Verjährung wirksam erhoben werden kann, aus den Formulierungen kann sich aber immer auch etwas anderes ergeben.

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